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Rum

Rum

Rum, Ron, Rhum: Vielfalt und Genuss aus aller Welt

Wissen Sie, was „Rum“ ist? Welche verschiedenen Sorten gibt es und wie wird der jeweilige Rum hergestellt? Und wo kommt Rum her? Es gibt eine fast schon überwältigende Vielfalt unterschiedlicher Spirituosen, deren einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie aus Zuckerrohr-Erzeugnissen destilliert werden. Wird meist als erstes die Karibik mit Rum assoziiert, gibt es allerdings auch zahlreiche andere Regionen, in denen Rum hergestellt wird. Denn Rum ist vor allem eines: vielseitig. Erfahren Sie hier mehr über Rum...weiterlesen

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Rum? Definition, Alkoholgehalt und Sprachgebrauch

Um Rum genannt werden zu dürfen, muss eine Spirituose lediglich zwei Kriterien erfüllen: Sie muss aus Zuckerrohr (bzw. Melasse) gewonnen und destilliert werden und einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 % Vol. aufweisen. Meist hat Rum einen Alkoholgehalt von 40-45 % Vol. (Nach oben ist die Alkoholgehalt-Skala übrigens offen: Es gibt so genannten Navy Strength Rum mit 57 % Vol. Alkohol, aber auch hochprozentige und unverdünnte Cask Strength Rums (Fassstärke) mit über 60 % Vol. und entflammbare Overproof Rums mit bis zu 80 % Vol.)

Wenn wir über Rum sprechen, ist nicht ohne Weiteres klar, was genau gemeint ist. Zu viele verschiedene Sorten gibt es. So kann es sich um eine klare Spirituose handeln oder eine durch Fasslagerung gebräunte. In der EU gilt:Bei echtem Rum wird dem fertigen Destillat nur klares Wasser hinzugefügt. Rum darf also nicht aromatisiert werden. Der typische Rum-Geschmack kommt ausschließlich aus dem destillierten Zuckerrohr-Erzeugnis oder, bei braunem Rum, aus dem Fass. Lediglich Zuckerkulör ist – wie auch beim Whisky – als Zusatz zur Anpassung der Farbe erlaubt. Im normalen Sprachgebrauch hat sich allerdings längst etabliert, auch aromatisierte Spirituosen auf Rum-Basis (wie z.B. Captain Morgan Gold oder Bacardi Oakheart) als (Spiced) Rum zu bezeichnen. Auch ist die Zugabe von Zucker im Rum umstritten und so mancher bekannter Rum wäre fast schon besser als Rum-Likör zu bezeichnen.

Der Vorteil der international teils unterschiedlichen und teils unklaren Richtlinien und der anscheinend weniger strengen Kontrollen im Vergleich zu anderen Spirituosen ist die große Vielfalt, die das Rum-Angebot auszeichnet und sich auch in unserem Rum-Shop bei mySpirits widerspiegelt. Stöbern Sie doch gleich in unserem gesamten Rum-Sortiment oder informieren Sie sich im folgenden Absatz über die verschiedenen Rumsorten!

 

Rum, Ron, Rhum

 

Weil Rum nicht gleich Rum ist: welche Rumsorten gibt es?

Die auf den ersten Blick einfachste Unterscheidung verschiedener Rumsorten ist die zwischen klarem Rum, der „weißer Rum“ genannt wird, und braunem Rum. Doch auch hier gibt es Überraschungen. Zumeist unterscheidet man abgesehen von der Farbe drei unterschiedliche Rum-Stile, die sich aus verschiedenen Rum-Traditionen in den Kolonialgebieten dreier europäischer Länder entwickelt haben: Spanien, Großbritannien und Frankreich. Doch der bedeutendste Unterschied zwischen den Rum-Sorten beginnt schon im Ausgangsprodukt: Zwar ist aller Rum aus Zuckerrohr, doch manche sind direkt aus dem frischen Zuckerrohr-Saft und manche aus der zähflüssigen Melasse, die bei der Zuckerherstellung übrig bleibt.

Weißer Rum und brauner Rum – der Unterschied liegt nicht nur in der Lagerung

Oft hört man, der Unterschied zwischen braunem und weißem Rum bestünde darin, dass weißer Rum nicht im Fass gelagert würde, während brauner Rum seine Farbe ausschließlich aus dem Holzfass bekommt. Bestärkt wird diese Annahme von der Bezeichnung Aged Rum, die sich im englischen Sprachraum für dunklen Rum durchgesetzt hat. Ganz richtig ist diese Aussage in ihrer Pauschalität jedoch nicht, denn auch weißer Rum wird gelagert (wenn auch nicht so lange) und es gibt vereinzelt auch weißen Rum (Blanco Reserva), der für mehrere Jahre im Holzfass gereift und danach filtriert wurde, um die Farbpartikel wieder aus dem Destillat zu entfernen (z.B. Banks 5 Islands Rum). Ebenso haben manche braune Rums ihre Farbe der zugefügten Zuckerkulör zu verdanken und nicht nur dem Fass. Vor allem besonders dunkler Rum, so genannter Dark Rum, hat seine Farbe oft nicht unbedingt aus besonders langer Lagerung, sondern durch den Farbstoff. Wird er nicht nach der Lagerung gefiltert, lagert weißer Rum nicht für mehrere Jahre in Holzfässern, sondern für wenige Monate in Edelstahltanks. Gerade bei Massenware wird hierbei oft künstlich Luft hinzugefügt, um das Destillat „atmen“ zu lassen und so milder, homogener, ausgewogener werden zu lassen. Mit einer Reifung in alten Holzfässern, in denen zuvor Whisky, Sherry oder Rotwein gelagert hatte und deren Aromen dunkler Rum aufnimmt, ist diese Kurzlagerung allerdings nicht zu vergleichen. Zwischen „White Rum“ und „Dark Rum“ gibt es im englischsprachigen Bereich auch die Bezeichnung „Gold Rum“ für dunkle Rums mittlerer Lagerungszeit bzw. einer goldgelben bis bernsteinartigen Färbung.

Unterschiede im Geschmack: weißer Rum vs. brauner Rum

Wie unterscheiden sich weißer Rum und brauner Rum im Geschmack? Ganz einfach ist das nicht zu beantworten, da – wie oben beschrieben – die Grenzen fließend sind und so mancher weißer Rum ein gefilterter brauner ist und manche dunklen Rums gar nicht mal so viel Fassreife im Geschmack haben wie die Farbe vielleicht vermuten lässt. Dennoch gilt, dass weißer Rum oft noch purer und kraftvoller schmeckt. Eventuell ist noch eine leichte Schärfte im Aroma enthalten, die erst durch längere Reifung verschwindet. Dagegen ist brauner Rum je nach Fassart, Lagerungsdauer und Klima am Lagerungsort sehr vielfältig und überraschend. Die Holzfassreifung mildert den Geschmack generell etwas ab und fügt diverse Holz- und bei entsprechender Bearbeitung der Fässer auch Rauchnoten hinzu. Eine gewisse Süße kann ebenso aus dem Holz stammen wie leichte Würzigkeit und sanfte Vanille-Nuancen.

Altersangaben bei braunem Rum: wie lange wurde er gelagert?

Anders als bei Cognac oder Whisky sind die Regeln, welche Altersangabe auf dem Etikett stehen darf, bei Rum allgemein nicht so streng. In den verschiedensten Rum-Sorten, auf die wir gleich noch genauer eingehen werden, haben sich auch unterschiedliche Bezeichnungen durchgesetzt. So ist es gar nicht mal so leicht zu bestimmen, wie lange brauner Rum tatsächlich im Fass verbracht hat, selbst wenn eine Zahl auf dem Etikett steht.

      • Bei spanischem Rum bzw. Ron gibt es vor allem zwei verschiedene Bezeichnungen für braunen Rum, die Rückschlüsse auf die Dauer der Fasslagerung ziehen lassen:
      • Ron Anejo bedeutet „alter Rum“ und Ron Gran Anejo bedeutet „sehr alter Rum“ – wobei in der Regel zusätzlich das Alter in Jahren angegeben wird.

Allerdings muss bei Blends verschiedener Destillate nicht generell der jüngste Anteil angegeben werden wie bei Whisky. So kann es theoretisch also vorkommen, dass ein vermeintlich sehr alter Rum nur eine geringe Menge von tatsächlich so lange gelagertem Destillat enthält. Eine Besonderheit in der Fasslagerungstechnik, die vorrangig im spanischen Stil praktiziert wird, ist das Solera System: Hierbei sind die Fässer übereinander gestapelt und miteinander verbunden. Oben wird immer mit frischem Destillat nachgefüllt und unten lange gereifter, aber auch gut durchmischter Rum abgefüllt. Für viele Rums des französischen Stils gelten dagegen durchaus ähnliche Bezeichnungen wie bei Cognac:

      • Vieux bzw. VO: „Very Old“ – für mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert
      • Tres Vieux bzw. VSOP: „Very Superior Old Pale“ – Rum mit einer Fasslagerung von mindestens vier Jahren
      • VSSOP: „Very Very Superior Old Pale“ – mindestens fünf Jahre im Fass
      • XO: „Extra Old“ – der jüngste Destillatanteil muss mindestens sechs Jahre alt sein (noch älter ist hors d'age, mit dem manche Rums mit Reifezeiten von über zehn Jahren bezeichnet werden)

 

Plantation Rum ist eine Besonderheit in dieser Hinsicht, da hier französische Bezeichnungen auf verschiedene Rumsorten angewandt werden. Der Grund liegt darin, dass bereits in der Karibik gelagerte Destillate nach Frankreich gebracht werden, um dort noch einmal zusätzlich in ehemaligen Cognac-Fässern nachzureifen („Double Ageing“). Der Plantation XO Anniversary ist beispielsweise ein Rum aus Barbados, der sein Finish in Frankreich erhielt.

Die wichtigste Unterscheidung der Rumsorten: Melasse oder Zuckerrohrsaft?

Rum ist bekanntlich eine Sprituose aus Zuckerrohr. Doch das kann Vieles bedeuten, denn das Zuckerrohr selbst wird zunächst verarbeitet und verschiedene Bestandteile davon für unterschiedliche Rumsorten verwendet. Man spricht auch von Rum-Stilen, wobei sich vor allem zwei wichtige Rum-Stile sich stark voneinander unterscheiden: Rum aus Melasse und Rum aus Zuckerrohrsaft. Entscheidend für den Stil ist häufig die Herkunft des Rums, die wiederum auch viel über seine Herstellung verrät. Auch länderspezifische Richtlinien sind teilweise einzuhalten, sodass viele Länder ihren ganz eigenen Rum-Stil haben. Mit der folgenden Klassifizierung lassen sich die wichtigsten Rum-Stile grob charakterisieren. Doch sie ist nicht in Stein gemeißelt und wie bei allen Genuss-Themen bestätigen auch hier einige Ausnahmen die Regel.

Rum aus Melasse: spanischer Ron & britischer Rum

Der bekannteste und am weitesten verbreitete Rum-Stil ist der, der vor allem in den spanischen und britischen Kolonialgebieten gepflegt wurde und sich demnach wiederum in spanischen Ron und britischen Rum unterteilen lässt. Was sie gemeinsam haben (und was auf ca. 95 % der weltweit produzierten Rums zutrifft) ist, dass sie aus Melasse destilliert werden. Dabei handelt es sich um einen dunkelbraunen und sehr zähflüssigen Sirup, der bei der Zuckerherstellung übrig bleibt, wenn die Zuckerrohr-Stangen ausgepresst wurden, man den daraus gewonnenen Zuckerrohrsaft auf kleiner Flamme ausgekocht und der Zucker sich dabei herauskristallisiert hat. Während zunächst also die Melasse als Abfallprodukt der Zuckerherstellung galt und nur zur Resteverwertung für Rum verwendet wurde, beziehen die guten Rum-Hersteller heute selbstverständlich hochwertige und besonders für die Fermentation und Destillation geeignete Melasse oder eigens hergestellten Zuckerrohr-Sirup. Doch wenn beide aus Melasse sind – was ist dann der Unterschied zwischen Ron und Rum? Ron heißt in der Regel Melasse-Rum aus spanischsprachigen Ländern, die von der spanischen Kolonialisation geprägt sind, vor allem Kuba, Panama, Venezuela, Barbados, Nicaragua, Puerto Rico und Dominikanische Republik. Der dort produzierte Ron ist vergleichsweise leicht und mild, oft auch süßlich und frisch. Gute Beispiele für diesen „spanischen“ Rum-Stil sind der ursprünglich kubanische Rum von Bacardi oder auch Botucal Rum aus Venezuela. Demgegenüber ist der „britische“ Rum-Stil durch einen kräftigen und oftmals würzigen und schweren Geschmack geprägt. Das nachträgliche Süßen von Rums ist hier weniger weit verbreitet. Teils beinhaltet der Geschmack auch intensive Ester-Noten. Vor allem Jamaica Rum wäre hier als typischer Vertreter dieses Stils zu nennen (Beispiel: Rum Coruba). Zum britischen Stil zählen aber auch Rums aus Guyana, Bermuda, Fiji, Trinidad, Australien und Neuseeland.

Rum aus Zuckerrohrsaft: französischer Rhum (Acricole) & brasilianischer Cachaça

Deutlich weniger weit verbreitet als Rum aus Melasse, aber dadurch auch eine immer beliebter werdende Besonderheit, ist Rum, der direkt aus dem frisch ausgepressten Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Diese Art der Rum-Herstellung ist zeitlich direkt an die Zuckerrohr-Ernte gekoppelt und nicht das ganze Jahr über möglich.

Eine historische Besonderheit führte zur Entwicklung des typisch französischen Rum-Stils: Frankreich beschloss unter Napoleon, Zucker aus heimischen Zuckerrüben herzustellen und benötigte somit keinen Rohrzucker mehr aus seinen Kolonien. Mit dieser Entscheidung brachte das Land die Zuckerproduktion auf seinen Karibik-Inseln zum Erliegen. Also begannen die Rumbrenner damit, gleich den frischen Zuckerrohrsaft zu verarbeiten. In den französischen Gebieten wird bis heute vorrangig diese Rum-Herstellungsmethode angewandt, wobei der so genannte „Rhum Agricole“ in Abgrenzung zum „Rhum Industriel“ als besondere Qualität gilt und auf bestimmte Herkunftsgebiete beschränkt ist. Als Beispiel sind vor allem die Rhums von Chantal Comte zu nennen.

Die Unterschiede zwischen Rhum Agricole und Cachaça

Neben den französischen Gebieten hat sich die Herstellung einer Art Rum aus Zuckerrohrsaft auch in Brasilien etabliert. Das brasilianische Nationalgetränk Cachaça unterscheidet sich vom Rhum Agricole allerdings durch andere Bestimmungen über die Herstellung. So darf bei der Herstellung von Cachaça zum Zuckerrohrsaft etwa Maisstärke, Mehl und Kleie hinzugefügt werden, um die Fermentation zu beeinflussen. Beim Rhum Agricole sind solche Zusätze zur Maische ausgeschlossen. Der Alkoholgehalt von Cachaça ist zudem festgelegt auf eine Spanne von 38 bis 48 % Vol. während der Alkoholgehalt von Rum lediglich mindestens 37,5 % Vol. betragen muss und nach oben hin unbegrenzt ist. Wie „Rhum Agricole“ ist auch Cachaça eine geschützte geographische Bezeichnung. Nur in Brasilien hergestellte Spirituosen dürfen Cachaça genannt werden, während Rhum agricole ausschließlich in französischen Übersee-Departements hergestellt wird. Besonders geschützte Herkunftsgebiete für Rhum Agricole sind Martinique, Guadeloupe und La Réunion.

Die Ausnahmen von der Regel: Rum von den Seychellen und Rum aus Zuckerrohr-Sirup

Ein jüngeres Beispiel für Rum aus Zuckerrohrsaft, das weder klassisch „französischer“ Rhum Agricole, noch Cachaça aus Brasilien ist, stammt von den Seychellen: Takamaka Rum.

Eine weitere Ausnahme in dieser Klassifikation ist Ron Zacapa Centenario. Eigentlich ein typisch spanischer „Ron“ aus Guatemala, wird er aus so genanntem „Virgin Sugar Cane Honey“ hergestellt, was weder frischer Zuckerrohrsaft noch Melasse, sondern als eine Art Zuckerrohrsirup oder -honig wohl als Zwischending anzusehen ist.

Wie wird Rum hergestellt? – die beiden wichtigsten Schritte der Rum-Herstellung

Wie wir bereits wissen, kann Rum sowohl aus zähflüssiger Melasse als auch aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt werden – oder aus eigens hergestelltem Zuckerrohr-Sirup, der länger haltbar als frischer Zuckerrohrsaft ist, aber in der Regel nicht ganz so dickflüssig und nicht so braun wie die Zuckerrohr-Melasse. Doch ganz egal, aus welchem Ausgangsmaterial Rum hergestellt wird, es gibt immer die gleichen Arbeitsschritte: Fermentation & Destillation.

1. Einmaischung und Fermentation bei der Rum-Herstellung

Wie bei allen alkoholischen Getränken muss auch für den Rum zunächst einmal etwas gären. Der Fachbegriff für das Gären heißt „Fermentation“ oder „Fermentierung“ und bedeutet, dass sich bestimmte Stoffe in andere umwandeln. Im Fall einer Rum-Herstellung, aber auch bei Obstbränden und anderen Spirituosen, verwandeln sich Zuckermoleküle unter der Mithilfe von Hefe in Alkohol und Kohlensäure. Zwar würden die zuckerhaltigen Ausgangsstoffe auch spontan und natürlich vor sich hin gären, wenn man sie einfach alleine lassen würde. Doch die Rum-Herstellung erfordert natürlich eine kontrollierte und möglichst reproduzierbare Fermentation, bei der keine Fehlaromen entstehen und der spätere Geschmack positiv beeinflusst wird. Dazu hat jede Rum-Destillerie ihr eigenes Geheimrezept für die Maische. Die zähe Melasse wird zunächst mit Wasser verdünnt. Weitere Zutaten aus Zuckerrohr wie gehächselte Halme oder auch Zuckerrohrsaft bzw. -sirup können hinzugefügt werden. Besondere Zusätze sind auch der Schaum, der sich beim Köcheln des Zuckerrohrsaftes zur Melasse-Herstellung oben gebildet hat („Skimming“) oder alkoholfreie Heferücktstände aus früheren Destillationen („Dunder“). Entscheidend ist aber vor allem die Hefe. Einige Rum-Produzenten haben ihre eigenen Hefekulturen gezüchtet und verwenden diese seit vielen Jahrzehnten für die Gärung. Die Hefe steuert die Gärungsprozesse und trägt damit zum späteren Geschmack bei. Die Temperatur muss während der Gärung streng kontrolliert werden, da auch Wärme entsteht und die meisten Hefen nicht zu viel Hitze vertragen. Nach meist ein bis drei Tagen – in manchen Destillerien auch erst nach mehreren Tagen oder über eine Woche – ist der Zucker möglichst restlos verarbeitet. Die Maische hat bereits einen Alkoholgehalt von etwa 4-10 Volumenprozent.

2. Destillation

Ist dann also bereits Alkohol in der Maische, kann diese destilliert werden. Destillation heißt der eigentliche Brennvorgang, bei dem die Maische stark erhitzt wird und sich im entstehenden Dampf hochkonzentrierter und hochwertiger Alkohol von Feststoffen, Wasser und minderwertigen Anteilen trennen lässt. Alkohol verdampft früher als Wasser. Darum wird die Temperatur gut kontrolliert, damit die gewünschte Alkoholverdampfung einsetzt. Was in den Destillierkolben abkühlt, sich dadurch wieder verflüssigt und unten herauskommt, ist eine klare und hochprozentige Flüssigkeit, wobei Vorlauf und Nachlauf, in denen sich zu viel Fusel befindet, stets weg geschüttet werden und nur der Mittellauf, das so genannte Herzstück, als Destillat zur Lagerung und Reifung weiterverwendet wird. Dieses Destillat ist äußerst hochprozentig und wird selten pur verkostet oder abgefüllt. In der Regel verwenden die Brennereien klares (destilliertes) Wasser zum Herabsetzen der Rums auf Trinkstärke.

Wie trinkt man Rum „richtig“?

So pauschal lässt sich das nicht beantworten. Zuallererst ist Rum natürlich ein Genussprodukt und damit gilt: Trinken Sie Ihren Rum so, wie er Ihnen am besten schmeckt und lassen Sie sich nicht von irgendwelchen vermeintlichen Tasting-Vorschriften die Freude mindern. Alle jetzt folgenden Vorschläge sind daher genau das: Vorschläge, keine Vorschriften. Für den einen oder anderen Tipp gibt es allerdings gute Gründe und wir werden versuchen, diese auch nachvollziehbar darzulegen. Zwei Faktoren – Glas und Trinktemperatur – beeinflussen den Genuss deutlich, weshalb sich die Beschäftigung damit auch und gerade für Genießer besonders lohnt.  

Rum pur trinken oder gemischt?

Bevor wir aber in Glas- und Temperaturfragen abtauchen, gilt es erst einmal die wichtigste Frage zu klären: Trinken Sie Rum lieber pur oder als Spirituose in einem Mischgetränk? Diese Entscheidung hängt vor allem von der Art des Rums ab: Weißer Rum wird eher selten pur getrunken – und wenn, dann meist gekühlt. Dafür ist er die häufigste Rumsorte in Cocktails und Longdrinks. Einen holzfassgelagerten dunklen Rum mit zehn Jahren oder mehr sollte man auf jeden Fall pur genießen. Nicht ausschließlich, denn auch hochwertige Spirituosen können sehr bewusst kombiniert genossen werden, um bestimmte Geschmacksnuancen zu ergänzen. Aber man sollte dem feinen Tropfen zumindest die Chance geben, für sich selbst zu stehen. Erkunden Sie den vollen Geschmack von gutem Rum, geben Sie ihm Zeit, riechen und schmecken Sie sich auf neuem Terrain voran.

 

 

Ein klassisches Nosing-Glas, wie es für Whisky und Rum verwendet wirdDas perfekte Glas für Rum pur

Die Optik des Glases ist nicht egal. Ob Sie ihren Rum aus dem Plastikbecher kippen oder im Kristalldekanter genießen, macht einen großen Unterschied. Aber auch wenn man die Ästhetik des Glases außer Acht lässt, gibt es Faktoren, die Geruch und Geschmack des Rums so stark beeinflussen, dass man sie nicht vernachlässigen sollte: Die Form des Glases ist keineswegs egal für den Geschmack des Inhalts! Worauf gilt es zu achten? Zuerst einmal sollte das Glas nach oben hin leicht verjüngt, dabei aber nicht zu groß sein. Ein Rotweinglas wäre also überdimensioniert, ein Schnapskelch fast schon zu klein. Sieht man sich die Vielzahl angebotener Rum-Gläser auf ihre Gemeinsamkeiten hin an, erkennt man einen Trend: Tumbler in runden Formen, mit oder ohne Stiel.

 

Warum genau diese Form? Die Kombination aus bauchigem Glaskörper und nach oben hin verjüngten Seitenwänden beeinflusst vor allem den Geruch der Spirituose. Unser Geruchs- und Geschmackssinn sind miteinander verbunden, hängen voneinander ab und beeinflussen sich gegenseitig. Wer verkühlt ist und nichts riecht, schmeckt auch weniger. Genauso ist es bei unserem Rum: Wir müssen ihn gut riechen können, um ihn auch geschmacklich ganz zu erfassen. Ein nach oben verjüngtes Glas bündelt die flüchtigen Aromen des Rums und führt sie in Richtung Nase. Dabei ist das Volumen des Glases ebenso wie der Umfang der Öffnung entscheidend dafür, wie intensiv wir die verschiedenen Geruchsnoten wahrnehmen und nicht zuletzt auch dafür, wie dominant der Alkohol im Vergleich zu den anderen Nuancen wirkt.

 

Bei welcher Temperatur schmeckt Rum am besten?

Auch hier stehen natürlich Ihre individuellen Vorlieben, Ihr persönliches Geschmacksempfinden im Vordergrund. Niedrige Temperaturen verdecken bestimmte Nuancen des Getränks für unsere Geschmacksknospen, während bei höheren Temperaturen vor allem der Alkohol irgendwann zu dominant wird. Die goldene Mitte liegt in einem Bereich ungefähr bei Zimmertemperatur. Bei deutlich unter 15° C. empfinden wir die Spirituose flacher & unspektakulärer, als sie eigentlich ist - dafür tritt auch der Alkohol weiter in den Hintergrund. Durchaus erwünscht ist dieser Effekt bei scharfem Fusel, bei jahrelang im Holzfass ausgebautem Rum wäre es aber schade um den verlorenen Geschmack. Als Daumenregel lässt sich hier festhalten, dass insbesondere dunkle, schwere Rumsorten ruhig minimal wärmer genossen werden können als beispielsweise Gin. Die "warmen" Röst- und Kaffeearomen charaktervoller spanischer Rums vertragen sich gut mit einer Trinktemperatur von um die 18° C. Weißer Rum hingegen kann ruhig an der unteren Grenze von Zimmertemperatur getrunken werden oder, je nach Geschmack und Außentemperatur, auch auf Eis.

 

Rum bedeutet Vielfalt

 

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Für den perfekten Einstieg in die Welt des braunen Rums empfiehlt sich Ron Elmilio, ein herausragender Blended Rum, der seinesgleichen sucht. Eine weitere gute Rum-Empfehlung für Neulinge ist der gehaltvoll-süße Botucal Reserva Exclusiva. Vormals „Diplomatico“ genannt, musste der 40%-ige Klassiker sich aufgrund eines Namensstreits mit einer Discounter-Marke für den deutschen Markt umtaufen. Dem unverändert großartigem Inhalt hat das keinen Abbruch getan: Botucal schmeckt wunderbar mild, verwöhnt mit dickflüssiger Süße, feinen Karamell- und Kakaonoten und zeigt, warum es sich lohnt, in die Rum-Welt einzutauchen. Für Connaisseure ein Muss ist Ron Zacapa XO, ein Blend aus Rums von sechs bis 25 (!) Jahren Lagerzeit – nach Solera-Methode in Fässern auf 2300 Höhenmetern. Der mahagonifarbene Rum aus Guatemala verwöhnt mit Gewürzen, gerösteten Nüssen und Marzipan. Für einen Abstecher in den britischen Stil empfiehlt sich übrigens der Rum Coruba Jamaica 18 YO hervorragend. Der gesamte Herstellungsprozess von Destillation über Reifung bis zur Abfüllung geschiebt inHandarbeit auf Jamaica, wo der Rum auch die vollen 18 Jahre in Eichenfässern lagert. Noten von Vanille, Toffee und edlem Holz zeigen, dass gehaltvoller Genuss nicht bloß den spanischen Rums vorbehalten ist.

 

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