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Jul 8 2020

Nachhaltige Strohhalme: Alternativen zum Einweg-Plastikhalm

Nachhaltige Strohhalme: Alternativen zum Einweg-Plastikhalm

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Die für uns so alltäglichen und aus Cocktails und Longdrinks kaum wegzudenkenden Plastikstrohhalme sind bald von der Bildfläche verschwunden. Denn so harmlos die Röhrchen im bunten Gewand aussehen, so problematisch sind sie – sowohl in der Herstellung als auch der Entsorgung. Also beschloss die EU, diesen Einwegprodukten den Kampf anzusagen und verbannt sie ab 2021. Doch kein Grund zur Traurigkeit: Wer den Blick für andere Materialien öffnet, findet eine ganze Bandbreite an richtig schicken alternativen Trinkhalmen, die wiederverwendbar oder zumindest nachhaltig hergestellt sind. Wir zeigen Ihnen die besten Begleiter für Ihren Trinkalltag

Plastikstrohhalme – praktisch, aber problematisch

Einwegartikel sind immer problematisch – darüber sind sich inzwischen die meisten Menschen einig. Doch welche Schäden selbst ein kleiner Kunststoffhalm anrichten kann, ist wenigen bewusst. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist und wenn ein so kleiner Artikel wie der Strohhalm aus Plastik weltweit drei Milliarden Mal täglich benutzt wird, kommt eben eine unwahrscheinliche Menge an Abfall zusammen, der leider letztendlich oftmals im Meer landet. Aufgrund der geringen Größe der Einweg-Halme kommen diese überall hin – sogar in die Nasenlöcher von Meeresschildkröten, die oftmals daran sterben.

Plastikstrohhalme

Die Halme mögen noch so praktisch erscheinen – bezogen auf die Natur sind sie alles andere als das. Es dauert ganze 500 Jahre, bis sich ein Trinkhalm aus Kunststoff zersetzt hat. Und hier endet das Umweltdesaster nicht, denn auch die erdölbasierte Herstellung der bunten Röhrchen stellt eine enorme Belastung dar, die wegen der nur einmaligen Benutzung ständig wiederholt werden muss. Je intensiver man sich mit dem Thema Plastikhalm beschäftigt, umso deutlicher wird: Wir müssen sie dringend aus unseren Getränken verbannen, was kein Grund zur Sorge ist, sondern eine ganze Welt an nachhaltigen, wiederverwendbaren – und gleichzeitig richtig schicken – alternativen Strohhalmen eröffnet.

Glasstrohhalme – bunt und gut

Glastrinkhalme sehen nicht nur gut aus, sie sind außerdem sehr hygienisch und zu 100 % geschmacksneutral. Dank des Materials hat man immer den vollen Durchblick und kann während der Reinigung genau sehen, ob man mit den meist mitgelieferten Bürstchen wirklich alles erwischt hat. Optisch bereichern sie sowohl zeitlos elegante Longdrinks als auch sommerlich hippe Cocktails. Wer es weniger zurückhaltend mag, kann inzwischen auf eine breite Auswahl an bunten Varianten zurückgreifen oder sogar stilvolle, mattschwarze Glashalme wählen. Viele Hersteller bieten bruchsichere Exemplare an, die auch den ein oder anderen Sturz überstehen und sich sogar in der Spülmaschine reinigen lassen.

Glastrinkhalme

Wer auf die attraktive Alternative zurückgreifen möchte, sollte unbedingt auf deren Qualität achten, denn nur so ist gewährleistet, dass die genannten Vorteile auch wirklich gegeben sind. Dies gilt auch hinsichtlich des Materials. Von Glastrinkhalmen aus Borosilikatglas sollte man lieber die Finger lassen, denn sie sind nicht recyclebar und bringen der Umwelt dadurch genauso wenig wie das Kunststoff-Pendant. Billig kaufen lohnt sich also auch hier nicht, wer ein wenig mehr ausgibt, bekommt dagegen ein qualitativ hochwertiges und langlebiges Produkt, das den Trinkgenuss garantiert versüßt.

Edelstahlstrohhalme – besonders nachhaltige Strohhalm-Alternative

Der Edelstahlhalm ist vermutlich das Langlebigste unter den Trinkaccessoires – dem absolut bruchsicheren Material sei Dank. Über diesen gravierenden Vorteil hinaus kann er auch optisch punkten – neben klassischem Silber wartet eine große Farbvielfalt, die sowohl in der gebogenen als auch in der geraden Variante blendend aussieht. Mit einer Reinigungsbürste lässt sich die glatte Oberfläche leicht von Schmutz befreien, wer ungern selbst Hand anlegt, kann die Röhrchen auch in der Spülmaschine reinigen.

Edelstahlstrohhalm

Während die Glashalme vollkommen geschmacksneutral sind, kann bei der Edelstahl-Variante ein leicht metallischer Geschmack aufkommen, der die eine oder den anderen stören könnte – wobei auch hier wieder von Hersteller zu Hersteller Unterschiede auftreten. Das Recycling der glänzenden Halme stellt dagegen tatsächlich ein Problem dar – wobei fraglich ist, ob dieses überhaupt notwendig wird. Denn wer die Edelstahlröhrchen gut pflegt, wird mit ihnen einen lebenslangen Begleiter haben, der vielleicht sogar Generationen überdauert.

Bambustrinkhalme – holzig, nachwachsend und stylisch

Bambus wächst schnell – was ihn zum idealen Rohstoff für nachhaltige Trinkhalme macht. Außerdem ist das Naturmaterial antibakteriell, stabil und darf – sofern der entsprechende Halm nicht chemisch behandelt wurde – bedenkenlos im Biomüll entsorgt werden, sollten sie sich nach einiger Zeit verfärbt haben. Wie der Edelstahlhalm hat der Bambushalm einen leichten Eigengeschmack, der sich bei Holz nicht ganz verhindern lässt. Im Zweifel geht Probieren über Studieren – manche wird er stören, andere nicht.

Bambustrinkhalm

Im Vergleich zu Glas und Metall ist Bambus natürlich nicht so lange haltbar und lässt sich durch die offenere Oberflächenstruktur auch schwerer reinigen. In der Gastronomie darf er aus diesem Grund nicht verwendet werden. Für die Benutzung zu Hause ist er aber ein nettes Accessoire für alle, die ihre Tiki-Cocktails stilecht mit passendem Trinkhalm garnieren wollen und nicht unbedingt Wert auf Langlebigkeit legen. Wer sich den stylischen Halm anschaffen will, sollte beim Kauf aber unbedingt auf die Herkunft achten, um sicher zu gehen, dass der Bambus auch unter umweltschonenden Bedingungen angebaut wurde – sonst geht der Nachhaltigkeitsgedanke schnell verloren.

Papierstrohhalme – Wegwerfprodukt mit Makeln

Papierstrohhalme sind wohl die einzigen Drink-Begleiter, die ähnlich farben- und musterfroh wie die Plastikröhrchen daherkommen. Außerdem sind sie teilweise kompostierbar und können so nach einmaliger Benutzung im Biomüll entsorgt werden. Das impliziert bereits, dass diese Variante ein Wegwerfprodukt ist und nicht wiederverwendet werden kann. Gerade bei großem Bedarf und im Gastronomiebereich, wo man die Rückgabe teurer Glas- oder Edelstahlhalme nicht kontrollieren kann, bietet er sich deshalb besonders an.

Papierstrohhalm

Dennoch gehört dieser farbenfrohe Vertreter zu den bedenklichsten alternativen Strohalm-Varianten, da das Papier aufwendig behandelt werden muss, um es für Getränke und damit Flüssigkeiten nutzbar zu machen. Die oft auf Ölbasis hergestellten Farben und der verwendete Klebstoff stellen ebenso eine Belastung dar, wie chemische Beschichtungen, die verhindern sollen, dass das Papier durchweicht. Wenn die Halme lange im Getränk verbleiben oder dieses Kohlensäure enthält, lässt sich nicht ausschließen, dass Stoffe an die Flüssigkeit abgegeben werden. Zuletzt werden viele der Halme in China hergestellt und haben einen weiten Weg hinter sich, bevor sie bei uns im Cocktail landen. Wer umweltbewusst genießen will, sollte also von den Papierröhrchen besser die Lippen lassen.

Essbare Strohhalme: Trinkhalme aus Apfeltrester von wisefood

Essbare Strohhalme von wisefood

Eine besondere Innovation in der Entwicklung nachhaltiger Trinkhalm-Alternativen ist der so genannte Superhalm von wisefood. Das Unternehmen produziert unter anderem in Deutschland essbare Strohhalme aus Apfeltrester – einem Reststoff bei der Apfelsaftproduktion – und Weizen. Diese Materialien macht sie sowohl essbar als auch vollständig kompostierbar – und damit besonders nachhaltig. So darf dieser Halm nach dem Trinkgenuss gerne aufgeknabbert werden – oft fällt er Naschkatzen aber schon zum Opfer bevor das Glas leer ist.

Superhalm von wisefood

Einen leichten Eigengeschmack findet man auch hier – dieser ist allerdings durchaus angenehm und völlig frei von Chemikalien oder anderen bedenkliche Stoffen. Auch enthält er keinerlei tierische Bestandteile, wodurch der Halm zu 100 % vegan ist. Der Superhalm ist in zwei Farben und verschiedenen Durchmessern erhältlich und bleibt in Getränken bis zu 60 Minuten stabil, ohne sich zu verformen. Nach etwa 20 Minuten beginnt das Trestermaterial weich zu werden, und entfaltet dann nach und nach seinen zweiten Vorteil als kleiner Snack zum Drink. Wir haben den Superhalm testen dürfen und sagen: die essbaren Trinkhalme aus Apfeltrester sind eine leckere, umweltschonende Strohhalm-Alternative, die sich zu probieren lohnt!

Trinkhalme aus Apfeltrester von wisefood

A popros essbare Trinkhalme: the holy Makkaroni als Strohhalm-Alternative

Strohhalme zu überlegen. Zum einen lässt sich oft hinterfragen, ob ein Halm überhaupt zum Trinken notwendig ist oder der ein oder andere Cocktail auch ohne funktioniert. Gerade unterwegs lohnt es sich, öfter mal nein zu sagen und den angebotenen Halm im Becher zu vermeiden. Zum anderen können manch alltägliche Begleiter zum Trinkhalm umfunktioniert werden. Echte Strohhalme aus Weizen oder Roggen bieten hier ebenso Möglichkeiten wie trockene Makkaroni.

Makkaroni Strohhalm

Letztere haben die ideale Trinkhalmform, sind ess- und kompostierbar und sehen gar nicht so übel aus. Mit einer Zitronen- oder Orangenscheibe garniert kann sich die Nudelvariante auf jeden Fall sehen lassen.

Wie Sie sehen, gibt es zahlreiche nachhaltige Alternativen zum Trinkhalm aus Kunststoff und somit müssen wir auch nach dem Verbot durch die EU zum Glück nicht auf das schöne Schlürfgeräusch verzichten, das am Ende eines guten Drinks zwischen den Eiswürfeln entsteht.


Viel Spaß beim Schlürfen!

Elisa Hanusch

Elisa Hanusch


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