Whisky als Wertanlage: Lohnt es sich, in Alkohol zu investieren?

Aktien, Immobilien, Kunst oder Kryptowährungen – wer viel Geld hat, hat viele Möglichkeiten, es anzulegen oder auszugeben. Doch auch mit vergleichsweise kleinen Beträgen kann man schlau investieren und später größere Summen erzielen. Im Spirituosenbereich gilt vor allem Whisky als Wertanlage.

Inwiefern lohnt es sich in Whisky zu investieren und Welche Whiskys kommen als Wertanlage infrage? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier im Blog.

Welche Whiskys als Wertanlage geeignet sind

Möchte man in Whisky als Wertanlage investieren, sollte eines von vornherein klar sein: Nur ungeöffnete Flaschen erzielen hohe Wertsteigerungen und können profitabel weiterverkauft werden. Daher muss man vorher gut überlegen, welche Flaschen man für die Whisky-Sammlung in der Hausbar oder der Vitrine kauft – und welche für die Whisky-Sammlung im Wertdepot.

Als Wertanlage gelten vor allem Whiskys, die von vornherein vom Hersteller als Rarität abgefüllt werden. Viele Brennereien bringen regelmäßig Sondereditionen und limitierte Abfüllungen auf den Markt. Allerdings ist nicht jede dieser Whisky-Spezialitäten als Wertanlage gleichermaßen geeignet. Die Nachfrage ist oft zunächst hoch, eine neue Whisky Limited Edition schnell ausverkauft – und dann interessiert sich jahrelang niemand dafür.

So kann es sein, dass der Preis zwar in kürzester Zeit steigt und schon kurz nach Abverkauf der gesamten Edition entsprechend hochpreisige Angebote für einzelne Flaschen am Sekundärmarkt auftauchen. Aber bis tatsächlich jemand bereit ist, den erhöhten Preis auch wirklich zu bezahlen, ist schwer vorherzusehen. Gerade im aktuellen Trendgeschehen, in dem es fast ein Überangebot an vermeintlich raren und womöglich irgendwann besonders wertvollen Whisky-Abfüllungen gibt, muss man gut beobachten und abwägen, welche Summen man für diese Whisky-Flaschen ausgibt – und welche Wertsteigerung man erwarten darf.

Gibt es bei Games of Thrones Whisky Wertsteigerungen?

Ein gutes Beispiel für eine Whisky-Sonderedition aus jüngerer Zeit ist die Game of Thrones Whisky-Reihe, die der Spirituosenkonzern Diageo zum Höhepunkt des Hypes um die TV-Serie veröffentlicht hat. Die Idee ist grandios, um bei Sammel- und Serienfans für Freude zu sorgen: Jedes der im Fantasy-Spektakel um die Herrschaft kämpfenden Königshäuser bekam 2018 seinen eigenen Single Malt Whisky aus einer der traditionsreichen schottischen Diageo Brennereien. Dazu kamen verschiedene thematische Sondereditionen des beliebten Blended Scotch Whiskys von Johnnie Walker. In Design und Verpackung sind die Games of Thrones Whiskys definitiv schöne Sammlerstücke.

Aus durch Fantum ungetrübter Anlegersicht stellt sich allerdings die Frage: Werden die teilweise schon von Anfang an recht hochpreisigen Games of Thrones Whiskys auch im Wert steigen? Bei genauerer Betrachtung fällt dem Kenner natürlich auf, dass sich in den Flaschen der limitierten Whisky-Serie wohl häufig gar kein allzu außergewöhnlicher Whisky verbirgt. Die Vermutung liegt nahe, dass etwa der dem House of Stark gewidmete Winters’s Frost Whisky der Limited Edition im Inhalt kaum oder gar nicht vom regulär erhältlichen Dalwhinnie Winter’s Gold unterscheidet. Aber wenn man in Whisky investieren will, geht es ja wiederum nicht in erster Linie um den Inhalt, denn geöffnet werden soll die Flasche ja sowieso nicht. Und gerade der Game of Thrones House of Stark Whisky Winters Frost, der anfangs einer der günstigsten GoT Whiskys war, konnte mit einigem Auf und Ab im Preis auf britischen Auktionen zeitweise sogar über 200 € pro Flasche erzielen – also rund 400 % des ursprünglichen Verkaufspreises, und das wohlgemerkt innerhalb nur weniger Jahre.

Je nachdem, wie stark sich Game of Thrones im kulturellen Gedächtnis festsetzt, dürfte es auch in 10 Jahren noch Sammler und Fans geben, die ihre Serie vervollständigen oder den passenden Whisky zu einem Serienmarathon kaufen wollen.

Game of Thrones Whiskys bestellen:


Distillers Editions und Special Releases: Wo sind die echten Raritäten von Diageo?

Ist man auf der Suche nach besonderen Whiskys mit Wertsteigerungspotential, landet man schnell bei Sonderabfüllungen, die vom Sprituosenkonzern Diageo kuratiert werden. Als Classic Malts vermarktet der Branchenriese die bekanntesten und traditionsreichsten Single Malt Whiskys aus seinem Portfolio. Und von jedem Classic Malt gibt es auch eine Distillers Edition – eine besondere Abfüllung, bei der der jeweilige Scotch-Klassiker in einem besonders dafür ausgewählten Fasstyp nachreifen durfte. Jedes Jahr bringt Diageo als Special Releases zudem eine Reihe hochpreisiger limitierter Sonderabfüllungen heraus, die mit besonderer Gestaltung und Raritätenwert das Interesse der Sammler weckt – oft nicht nur wegen der spannenden Erwartung des Geschmacks, sondern wegen eines vermuteten Wertsteigerungspotential der Whiskys.

Dabei wird Diageo manchmal vorgeworfen, mit dieser Strategie künstliche Werte zu schaffen. Wie limitiert und rar sind etwa Gins der Diageo-Marke Tanqueray wirklich, wenn es 100.000 Flaschen davon gibt und sie theoretisch jederzeit nachproduziert werden können? Im Whisky-Bereich ist das naturgemäß nicht ganz so einfach. Oft sind die Special Releases tatsächlich Abfüllungen aus längst geschlossenen oder auf andere Herstellungsverfahren umgestellten Brennereien, die es so nie wieder geben wird. Und auch für die Distillers Editions der Classic Malts müssen die besonderen Fässer für die Nachreifungen in gleichbleibender Qualität vorhanden sein und Jahre im Voraus geplant werden. Daher kommt es auch bei Distillers Editions oft zu Engpässen und entsprechenden Wertsteigerungen.

Distillers Editions und Special Releases hier entdecken:


Lagavulin: lange gelagerter Islay Whisky mit Wertsteigerungspotential

Die einzige regelmäßige Edition im Rahmen der Special Releases ist der 12-jährige Lagavulin. Diese Jahrgangsabfüllung kommt wie alle Diageo Special Releases ohne Kühlfilterung in Fassstärke in die Flaschen. Unter Lagavulin-Fans und Whisky-Kennern werden die feinen Unterschiede der verschiedenen Jahrgänge diskutiert; es handelt sich durchaus um eine Sonderabfüllung, die auch getrunken und nicht nur gesammelt wird. Welche Jahrgänge dieses Whiskys als Wertanlage funktionieren, zeigt sich immer erst nach mehreren Jahren – wenn sich unter echten Fans ein Lieblingsjahrgang herauskristallisiert und dieser entsprechend nachgekauft wird.

Lagavulin ist mittlerweile dermaßen populär, dass die eigentliche Standardabfüllung – der mit 16 Jahren vergleichsweise lange reifende Islay Single Malt – grundsätzlich nur noch limitiert verfügbar ist. Denn vor 16 Jahren begann die Beliebtheit von Scotch und besonders Islay Whisky gerade erst so richtig zu steigen. Die Kapazitäten bei Lagavulin sind nicht im selben Maße erweitert worden, in dem die Nachfrage größer wurde. Zudem füllt Lagavulin immer mehr Malt schon nach acht Jahren ab – was für die neuen, jüngeren Abfüllungen drauf geht, kann später natürlich nicht mehr zum 16-jährigen Whisky werden. Brexit und andere allgemeine Marktentwicklungen tun ihr übriges, sodass gerade die älteren Whiskys von Lagavulin in den nächsten Jahren möglicherweise immer teurer und wertvoller werden könnten.

Lagavulin Whisky kaufen:


Ardbeg sammeln oder lieber Macallan sammeln?

Zwei weitere Brennereien, die immer gerne genannt werden, wenn es um Preis- und Wertsteigerungen bei Whisky geht, sind Ardbeg und Macallan. Dabei geht auch Ardbeg mit jährlichen Sondereditionen zum Ardbeg Day und vielen weiteren exklusiven Angeboten für die Mitglieder im Ardbeg Comittee – einer Art Fanclub der Brennerei – einen Weg, der manchen als Überschwemmung des Marktes vorkommt. Denn je mehr Whisky-Abfüllungen limitiert sind, desto verwässerter wird der Wert einer Rarität an sich: Eine Limited Edition zu besitzen ist bald nichts besonderes mehr, wenn jede Brennerei am laufenden Band Limited Editions produziert.

Regelmäßige Sammlerstücke und Kult-Whiskys von der Insel Islay

Andererseits scheint die Fanbase bei Ardbeg extrem groß und enthusiastisch zu sein. Trotz der hohen Schlagzahl an neuen Sondereditionen schaffen es die „Ardbeggians“ immer wieder – auch mit herausragend guten Geschichten um die jeweilige Sonderedition – ihre limitierten Flaschen in kürzester Zeit in Umlauf zu bringen und zu begehrten Raritäten auf dem Sekundärmarkt werden zu lassen.

 

Extreme Höchstpreise für alte Macallans

Eine andere, vielleicht ganz eigene Liga sind Sammlerwhiskys von Macallan. Immer wieder erzielen alte Macallan Whiskys neue Höchstpreise auf Auktionen, wobei wir hier von Summen im siebenstelligen Euro-Bereich. Alle drei Whisky-Flaschen, die bis 2021 die Million-Euro-Marke überschritten hatten, waren besondere Kunsteditionen oder historische Abfüllungen von Macallan. Und in den Top 10 der wertvollsten Whiskys war Macallan weitere drei Mal vertreten. Teurer Macallan Whisky hat sich in den letzten 10 Jahren zu einem Statussymbol unter Superreichen entwickelt.

Nachdem in den 2000er Jahren die teuersten Whiskys noch für fünfstellige Summen versteigert wurden, explodierte der Markt in den 2010ern – und sogar in James Bond wurde die Thematik aufgegriffen. In Skyfall von 2012 serviert Bösewicht Silva (Javier Barem) dem Agenten auf ungewöhnliche Art einen 50-jährigen Macallan Whisky (passend zum 50-jährigen Jubiläum der Filmreihe). In den weiteren Filmen trinkt der von Daniel Craig verkörperte Bond statt klassischem Martini oder seiner eigenen Martini-Variante namens Vesper (wie in Casino Royale) immer wieder ein Gläschen Macallan – unter anderem mit Geheimdienstchefin M, die zufällig den gleichen Buchstaben als Codenamen trägt wie eine Abfüllung von Macallan Whisky, die als kunstvoll geschliffene 6-Liter-Karaffe mit einem Preis von 467.000 € im Jahr 2014 als teuerster Whisky der Welt galt.

Ardbeg und Macallan entdecken:


Wie funktioniert Alkohol als Wertanlage?

Kontinuierlich steigt der Wert von Whisky seit Jahrzehnten. Vor allem in der letzten Dekade sind die Preise für Whiskys aber besonders stark gestiegen. Natürlich zählen die Spitzenwhiskys, die auf Preise von mehreren Hunderttausend bis über einer Million Euro kommen, ebenfalls in die Statistiken hinein – und längst nicht jede einzelne Flasche hat dermaßen hohe Wertsteigerungen. Doch auch in der Breite kann man davon ausgehen, dass Sammlerwhiskys zwischen 2010 und heute ihren Wert um 300 % bis 400 % steigern konnten.

Grafik: Whiskysammlung als Wertanlage, Diagramm mit stark steigender Kurve, von einem Anfangswert 100 beim Whisky-Index im Juni 2012 bis zu einem Wert von 334 im Juni 2022Grafik: Whiskysammlung als Wertanlage, Diagramm mit stark steigender Kurve, von einem Anfangswert 100 beim Whisky-Index im Juni 2012 bis zu einem Wert von 334 im Juni 2022
Seit Juni 2022 gibt es wieder einen leichten Dämpfer, insgesamt steigt der Whiskystats Whisky-Index kontinuierlich stark an. Dabei werden seit 2012 die Preise für die wichtigsten Whisky-Flaschen auf dem Sekundärmarkt beobachtet.

 

Damit ist Whisky eine der renditestärksten Investments in diesem Zeitraum. Der Grund, warum Alkohol als Wertanlage funktioniert – oder zumindest in der jüngeren Vergangenheit wohl gut funktioniert hat, ist vor allem, dass die Nachfrage unglaublich gestiegen ist. Doch man braucht wie bei anderen Investitionen auch eine gute Kenntnis des Marktes, Geduld und je nach Größe der Whisky-Sammlung auch Platz. Auch wenn hochprozentiger Alkohol ohne Qualitätsverlust lagerfähig ist, sollte man auf einen kühlen Lagerort mit möglichst konstanter Temperatur und geringen anderen Einflüssen wie Lichteinfall oder hohe Luftfeuchtigkeit achten. Neben dem Inhalt ist auch die Umverpackung Teil des Wertes: Ungeöffnet und unbeschädigt sollte vor allem die Flasche samt Etikett, aber gegebenenfalls auch die Original-Box sein, in der der Whisky oder die jeweilige andere Spirituose ursprünglich verkauft wurde.

In Whisky investieren – unsere Tipps zur Wertanlage:

In Cognac, Whisky, Obstschnaps oder Rum als Wertanlage investieren?

Neben Whisky eignen sich in diesem Sinne grundsätzlich auch andere Spirituosen als Wertanlage. Bei Cognac oder Rum sind ähnliche Tendenzen auszumachen, gerade was besonders lange gelagerte oder heute nicht mehr produzierte Sorten angeht. Ein Rum, der extrem hohe Preise erzielte, war etwa der im Original-Rezept für Mai Tai ursprünglich verwendete J. Wray & Nephew 17 Jahre.

Mit den notwendigen Informationen oder dem richtigen Riecher kann man wohl in allen Spirituosen-Sparten diejenigen Flaschen ausfindig machen, die in ein paar Jahren oder Jahrzehnten mehr wert sind als heute. Wie groß das Potential ist, lässt sich aber in den seltensten Fällen deutlich vorhersehen. Und wenn doch schon von vornherein klar ist, dass eine Flasche im Wert steigen wird, dann ist sie auch von vornherein sehr teuer.

Nicht nur in Whisky investieren – Sammlerstücke anderer Sorten:

Unser Tipp: Investition in Genussmomente

Überhaupt sind hochwertige Spirituosen ein Luxusgut, das entsprechend auch konjunkturellen Schwankungen unterworfen ist. Wer soll einen besonders teuren, seit Jahrzehnten im Wert gestiegenen Whisky kaufen? Diese Frage muss man sich stellen, wenn man in Flaschen investieren möchte. Nur diejenigen Spirituosen können mit Gewinn weiterverkauft werden, für die sich auch ein potenter Käufer findet. Bei teuren Sondereditionen, die von vornherein nur auf den Sammlermarkt abzielen und die kaum jemand kauft, um sie auch zu trinken, kann die Blase jederzeit platzen und der Wert entsprechend tief fallen.

Daher würden wir vor allem die risikoarme Investitionsvariante empfehlen: Nur solche Flaschen kaufen und ins Regal stellen, von denen man weiß, dass auch der Inhalt wertvoll ist und sie entsprechend auch gerne mal geöffnet und getrunken werden. Und bei welchen Flaschen wüsste man das besser als bei den eigenen Lieblingsspirituosen. Wenn sich dann beim besten Willen auch nach Jahren kein Käufer für die lange im Whisky-Schrank gehegten Schätze finden lässt, hat man immer noch einen guten Tropfen in der Flasche, den man selber gerne genießt.

Beste Whisky-Anlage – beliebte Spitzenwhiskys:

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