Martini Cocktail – 5 Fakten und 5 Rezepte

Der Martini ist nicht nur wegen seiner typischen Glasform einer der bekanntesten Cocktails überhaupt. Als Aperitif, Essensbegleiter oder Absacker ist er äußerst beliebt. Dadurch, dass er minimalisitisch mit nur zwei Zutaten auskommt – Gin und Vermouth – kann man Martini auch sehr einfach selbst mixen. Klassisch werden die beiden Getränke im gewünschten Verhältnis – meist etwa drei oder vier Mal so viel Gin wie Vermouth – an Eiswürfeln verrührt und anschließend in ein vorgekühltes Martiniglas (auch Cocktail-Spitz genannt) abgeseiht.

Doch welchen Gin soll man für Martini nehmen? Und welcher Wermut gehört in Martini? Was ist das richtige Mischungsverhältnis? Wer hat den Martini erfunden? Und wie trinkt ihn James Bond nochmal am liebsten?


 

1. Martini Cocktail-Ursprünge: Martinez und Marguerite

Zur Erfindung und den Ursprüngen des Martini-Cocktails gibt es so viele verschiedene Informationen und Anekdoten, dass nur eines sicher ist: die exakte Entstehungsgeschichte bleibt im Unklaren. Einer Legende zufolge geht die Erfindung des Martini und seine Namensgebung auf einen gewissen Martini di Arma di Taggia zurück, der Barkeeper des New Yorker Hotels Knickerbocker war und um 1911 diesen Drink für entwickelt haben soll. Vorher jedoch waren bereits vergleichbare Drinks wie Martinez und Marguerite gebräuchlich.

Das erste schriftlich belegte Rezept für Martinez wird in der 1887er Neuauflage des Bartender's Guide and Bon Vivant's Companion von „Professor" Jerry Thomas erwähnt. Hierfür wird noch der damals gebräuchliche, eher süßliche Old Tom Gin verwendet und ebenso süßer italienischer Vermouth. Der Marguerite dagegen, der erstmals 1896 von Thomas Stuart in Fancy Drinks and How to Mix Them beschrieben wurde, ist mit dem trockeneren Plymouth Gin und französischem Vermouth der Vorläufer des Dry Martini.

 

Marguerite Cocktail-Rezept:

1-3 Teile Plymouth Gin
1 Teil Noilly Prat French Dry Vermouth
1 Spritzer Orangen Bitter
1 Zitronen- oder Orangenzeste als Garnitur

 

2. Martini als Cocktail und Martini als Marke

Eine abweichende Ursprungs-Geschichte des Martini besagt, dass die schon im 19. Jahrhundert sehr wichtige Marke gleichen Namens auch die Bezeichnung des Cocktails geprägt haben soll. Die für den süßeren Vorläufer-Cocktail Martinez geläufige Mischung mit (Old Tom) Gin und rotem Wermut wurde vor 1900 noch deutlich Wermut-betonter getrunken und häufig auf weitere Zutaten verzichtet.

Anstatt „Martinez", der wohl zumeist mit dem seit 1863 erhältlichen Martini Rosso gemischt wurde, sagten die Leute bei der Bestellung offenbar bisweilen „Martini & Gin" und irgendwann abgekürzt gleich nur noch „Martini".

 

 

Martinez Cocktail-Rezept:

2-3 Teile Old Tom Gin oder Genever
2-3 Teile Italienischer, roter Vermouth (Martini Rosso)
1 Teil Maraschino Likör
1 Spritzer Angostura Bitter
1 Zitronenschale als Garnitur

 

3. Dry Martini, Extra Dry Martini, Bone Dry Martini – der Kult um die Trockenheit

Der Trend in der Barkultur des 20. Jahrhunderts ging allerdings in die genau entgegengesetzte Richtung. Der Martini-Cocktail wurde mehr und mehr Dry (trockener) getrunken – das heißt mit mehr (Dry) Gin und weniger (oder aber besonders trockenem) Vermouth. Vor allem die französische Marke Noilly Prat steht seither für Dry Vermouth, der für Dry Martini als perfekt gilt. Auch hier war zunächst Plymouth Gin der klassische Mixpartner, wobei mehr und mehr London Gins auf den Markt kamen – mit teils noch trockenerem Abgang. Die mittlerweile weltbekannte Vermouth-Marke Martini ging mit dem Trend und stellte zur Jahrhundertwende, an Neujahr 1900, den Martini Extra Dry Vermouth vor.

Ein guter Dry Martini hat Größen der Trinkkultur wie Earnest Hemmingway und Winston Churchill zufolge ein Mischungsverhältnis von 10:1 bis 15:1, wobei es einem Bonmot Churchills zufolge im Zweifel auch reiche, wenn der Gin vor dem Servieren mal im Schatten einer Vermouth-Flasche gestanden hätte. Die In-and-Out-Variante trägt dieser Vorliebe Rechnung. Der Barkeeper benetzt hier die Eiswürfel mit Vermouth, rührt es um, und seiht es wieder ab, bevor der Gin dazu kommt.

(Extra) Dry Martini Rezept

5-15 Teile London Dry Gin
1 Teil Martini Extra Dry Vermouth oder Noilly Prat French Dry
1 An Zahnstocher aufgespießte Olive als Garnitur (keine gefüllten und keine in Öl eingelegten verwenden!)

 

4. James Bond Martini – wie trinkt 007 ihn wirklich?

„Wodka Martini, geschüttelt, nicht gerührt" – was ursprünglich vom Autor Ian Flemming als Affront gegen die vorherrschende Barkultur gemeint war und den unangepassten Charakter seiner Geheimagenten-Figur betonen sollte, wurde spätestens mit dem Erfolg der Verfilmungen ab den 1960er Jahren zum geflügelten Wort und wohl auch zum Trend. Die Martini Variante mit Wodka ist auch als Vodkatini oder Kangaroo bekannt.

Den die Filme teils mitfinanzierenden Wodka-Herstellern dürfte es gefallen haben, doch besinnen wir uns darauf, dass in den älteren Büchern und den neueren Verfilmungen auch ein anderer James Bond zu sehen ist, dem es völlig egal ist, ob der Martini Drink geschüttelt oder gerührt ist („Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?" in Casino Royale von 2006), und der seine eigene Martini-Kreation nach seiner Geliebten benennt: Vesper.

(The) Vesper Martini Cocktail-Rezept

3 Teile Gordon's London Dry Gin (auch Tanqueray London Dry dürfte nach Bonds Geschmack sein)
1 Teil Wodka (James Bond bevorzugt markante Getreidewodkas, deshalb empfehlen wir Lion's Vodka aus Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste)
1/2 Teil Kina Lillet (nicht mehr produzierte Aperitif-Sorte von Lillet, wir empfehlen stattdessen Lillet Blanc oder auch Martini Bianco, eventuell mit etwas Angostura Bitter gewürzt)
1 Zitronenzeste
Glas: Tiefer Sektkelch.

 

5. Martini Cocktail-Varianten: Dirty Martini & Smoky Martini

Auf der Basis zweier Grundelemente – Gin und Wermut – ist der Martini-Drink der Klassiker unter den Cocktails. Er kann eine lange und bunte Geschichte vorweisen und hat seine Vielseitigkeit in zahlreichen Varianten und mit den verschiedensten Twists unter Beweis gestellt: Ein Dirty Martini etwa ist ein Dry Martini mit Olive als Garnitur, wobei ein guter Schuss (oder ein Teelöffel) von der Lake, in der die Oliven eingelegt sind, mit in das Rührglas gegeben wird. Ein klassischer Martini, dem man einen Schuss rauchigen Scotch Whisky hinzufügt, heißt wiederum Burnt Martini oder Smoky Martini – ein besonderer Martini-Aperitif etwa im Sommer zum Grillen. Und mit ein bisschen Fantasie kann man auch den VW Cocktail als deutsche Martini Variante durchgehen lassen.

 

Smoky Martini Cocktail-Rezept:

6 Teile Tanqueray London Dry Gin
2 Teile Martini Extra Dry Vermouth
1 Teil Lagavulin 16 YO Islay Single Malt Whisky

Mit den vielen neuen Gins, die in den letzten Jahren dazu gekommen sind, und einem sich anbahnenden Vermouth-Trend gehen die Kombinationsmöglichkeiten und geschmacklichen Variationen mit Sicherheit noch lange nicht aus. So klassisch und einfach der Martini Cocktail in seiner Zubereitung ist, so offen ist er für eigene Variationen. Da die vielseitigen Aromen sich teilweise bei Raumtemperatur noch besser entfalten, kann sogar auf Eis verzichtet werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

 

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