Hot Buttered Rum – heißer Rum mit Gewürzen

Trinkt man Rum eher eiskalt oder heiß erwärmt? – Eigentlich weder noch. Doch so wie im Hochsommer der Rum dann doch mit Eiswürfeln ins Glas kommt – etwa als Cuba Libre – möchte man bei eisiger Winterkälte dem Rum noch ein bisschen Wärme abtrotzen. Neben dem hierzulande bekannten und bereits im Blog vorgestellten Grog sorgt in den letzten Wintern auch seine gebutterte Variante aus den USA für immer mehr heißen Rum-Genuss: Hot Buttered Rum. Hier erfahren Sie alles über die winterliche Rum-Spezialität und wie man sie ganz einfach und besonders gut selbst machen kann.

Was ist Hot Buttered Rum?

In Nordamerika gehört „Hot Buttered Rum“ neben dem Eggnog (Punsch mit Eierlikör und Rum, der italienischem Bombardino ähnelt) zu den klassischen Winter- und Feiertags-Cocktails. Nicht nur am nationalen Hot Buttered Rum Day, der in den USA offiziell jährlich am 17. Januar begangen wird, sondern bei eigentlich allen Feierlichkeiten von Herbst (Halloween!) über Winter (Advent & Weihnachten) bis ins Frühjahr gehören sie einfach dazu. Je nach Termin, Region und Großwetterlage kommt es ja durchaus hin und wieder vor, dass auch die Suche nach den Ostereiern noch im Schnee stattfindet. Da braucht es dann neben den passenden Eierlikör-Cocktails auch was zum Aufwärmen der Hände. Und spätestens hier kommt der Hot Buttered Rum Punch ins Spiel.

Der Name ist auf Deutsch als „heißer gebutterter Rum“, „heißer Gewürzrum“ oder „Butter-Grog“ mehr schlecht als recht übersetzt, aber man ahnt anhand der einzelnen Worte des Namens schon, auf was es bei Hot Buttered Rum ankommt:

  1. Hot = wird heiß serviert
  2. Buttered = hat was mit Butter zu tun
  3. Rum = enthält Rum (oder vergleichbare Spirituosen)

Der Jahreszeit entsprechend wird Hot Buttered Rum in der Regel mit einer Reihe an winterlichen oder weihnachtlichen Gewürzen abgeschmeckt, deren Geschmack durch die Butter besonders gut zur Geltung kommt.

Das Hot Buttered Rum Rezept – 5 Komponenten, viele Varianten

Das Grundrezept Hot Buttered Rum ist sehr simpel und besteht aus folgenden Komponenten:

  • Rum (ca. 4 cl pro Portion)
  • Butter (ca. 1 TL pro Portion)
  • Zucker oder andere Süße (ca. 1 TL pro Portion)
  • Heißes Wasser oder Apfelsaft (zum Auffüllen)
  • Gewürze (Zimt, Vanille, Nelken, Muskat, Piment, Kardamom, Sternanis …)

Doch wie die verschiedenen Bestandteile kombiniert werden, ist dem persönlichen Geschmack und der eigenen Kreativität überlassen – und hängt auch ein bisschen davon ab, wie viel Aufwand man für sein Getränk betreiben möchte. Wir stellen hier insgesamt vier verschiedene Zubereitungsvarianten vor, die unterschiedlich viel oder wenig Arbeit machen und deren Details und Zutaten je nach Laune und Verfügbarkeit auch beliebig anders kombiniert werden können. So kann man etwa eigene Gewürzmischungen oder gleich eine selbst gemachte Gewürzbutter verwenden – oder auf bereits gewürzten Rum zurückgreifen.

1. Das einfache Hot Buttered Rum Rezept

Als Basis-Variante und einfachste Möglichkeit, einen Hot Buttered Rum selbst zu machen, nehmen wir einen günstigen dunklen Rum mit kräftigem Geschmack, der vielseitig verwendbar ist und mit charakteristischem Geschmack auch in Heißgetränken oder Gebäck wunderbar funktioniert, zum Beispiel:

Davon füllen wir 4-5 cl gleich in die Tassen oder Punsch-Gläser. Auch bei den anderen Zutaten nehmen wir einfach, was wir sowieso bereits im Haus haben: gemahlenen Zimt, gemahlene Nelken und gemahlenen Kardamom – jeweils eine kleine Prise pro Portion, beim Zimt gerne mehr. Erhitzen brauchen wir den Rum selbst nicht, denn wir füllen die Trinkbehälter mit heißem Wasser auf. Gesüßt wird mit ein bis zwei Teelöffeln (braunem) Zucker oder Honig. Dazu geben wir pro Portion ein kleines Stück (ungesalzener) Butter und rühren es in den heißen Rum hinein, bis es vollständig geschmolzen ist.

Je nach Geschmack kann man das Wasser teilweise oder ganz durch heißen Apfelsaft ersetzen und das Ganze mit etwas Zitronensaft verfeinern. Als Garnitur eignet sich eine Zitronenscheibe.

Unsere Rum-Empfehlungen für das einfache Hot Buttered Rum Rezept:

2. Besonders edle Variante: Hot Buttered Rum mit eigener Gewürzmischung

Hot Buttered Rum ist in gewisser Hinsicht ein winterliches Pendant zum Gin & Tonic im Sommer. Man kann sich die einfache, schon im Namen des Drinks nahezu hinreichend erklärte Variante machen und sofort genießen. Oder man macht aus der Wahl der Zutaten eine Wissenschaft und aus der Zubereitung ein Kunsthandwerk. Was beim Gin Tonic die richtige Kombination aus Gin, Tonic und Garnitur ist, ist beim Hot Buttered Rum neben der Wahl des richtigen Rums auch die hausgemachte Gewürzmischung. Vor allem aber bei der Art, wie die Gewürze ins Getränk kommen, scheiden sich die Geister.

Die einen schwören darauf, vorab eine Gewürzbutter anzurühren, damit die feinen Aromen der Gewürze am besten zur Geltung kommen. Schließlich ist der Grund, warum der Rum überhaupt gebuttert wird, neben der sanften Konsistenz vor allem der, dass das Fett der Butter den Gewürz-Geschmack sehr schön intensiviert und die verschiedenen Nuancen miteinander verbindet.

Andere holen alles aus der Vanilleschote heraus, indem sie sie in ein Glas mit Zucker stecken, und haben nach einigen Tagen den perfekt für einen schnellen Hot Buttered Rum geeigneten Vanillezucker. Und wieder andere kochen sich mit den gemahlenen Gewürzen und dem Zucker und etwa der gleichen Menge Wasser einen winterlich gewürzten Zuckersirup.

Das mag zwar aufwendig sein, doch die Vorteile liegen auf der Hand: Hat man einmal das perfekte Rezept und die richtige Gewürzmischung gefunden, kann man die Butter oder den Sirup in größeren Mengen vorbereiten. Dann lohnt es sich auch, echte Vanilleschoten auszuschaben, ganze Zimtstangen, Anissterne, Kardamomkapseln, Pimentkörner und Gewürznelken zu mörsern. Diese Hingabe verlangt nach außergewöhnlichen Rums, deren eigene besonderen Noten durch die Gewürze unterstützt werden – etwa Ron Elmilio Rum (siehe auch das weiter unten folgende Rezept) oder Ron Botran 15, der bereits durch seine Holzfassreifung leckere Noten von Vanille, Zimt und Nelken mitbringt.

Unsere Rum-Empfehlungen für edle Hot Buttered Rum Rezepte:

3. Hot Buttered Rum mit selbstgemachter Gewürzbutter

Unser Favorit hat sich nach wenigen Tests schon herauskristallisiert: Ron Elmilio beweist wieder einmal seine Vielseitigkeit und lässt sich mit verschiedensten Gewürzen wunderbar kombinieren. Seine fruchtigen und leicht herben Noten kommen auch erhitzt schön zur Geltung, werden hervorragend ergänzt durch winterliche Gewürze – und diese vielen verschiedenen Geschmackseindrücke werden wiederum angenehm mild und weich verbunden durch die selbst gemachte Gewürz-Butter. Und so wird es

Welche Butter?

Wir nehmen eine handelsübliche Packung Butter, aber achten nicht nur darauf, dass sie ungesalzen ist, sondern auch auf den Säuregehalt. Die gängige mildgesäuerte Butter ist okay und nicht so schlimm wie Sauerrahmbutter oder Salzbutter, aber noch besser für Hot Buttered Rum ist die mild-cremige Süßrahmbutter. Vom 250g-Quader brauchen wir aber nur etwa die Hälfte, die wir in einen Topf geben und langsam auf der Herdplatte weich und flüssig werden lassen.

Was kommt in die Butter rein?

Folgende Zutaten fügen wir während des Schmelzens hinzu:

  • 1 ganze Vanilleschote, wobei wir sie längs aufschneiden und das Mark mit der Messerspitze auskratzen und extra in die Butter geben,
  • die Samen einer Grünen Kardamomkapsel, die wir fein mörsern und vorsichtig dosieren – wer Chai-Tee nicht mag und nur die leichte Lebkuchen-Prise haben möchte, sollte nicht zu viel davon nehmen –,
  • 1 kleine Zimtstange, die wir fein reiben,
  • 2 Körner Piment und
  • 2 Gewürznelken, die wir ebenfalls im Mörser fein mahlen (Achtung: bei den Nelken nur den Kopf mörsern!)

Wer hier weniger Aufwand betreiben möchte, kann die Gewürze auch alle fein mahlen und reiben und mit dem Rührgerät in nur leicht (in der Mikrowelle) erwärmte Butter rühren. Bei der komplett eingeschmolzenen Butter verbinden sich die Aromen allerdings besser in der Butter, die auch aus der bereits ausgekratzten Vanilleschote noch Geschmack zieht. Anschließend ist es wichtig, die Butter während des Erkaltens immer wieder zu rühren, damit schwerere Würzbestandteile nicht nach unten sinken und der Geschmack auch später noch gleichmäßig verteilt ist.

Rezept: Hot Buttered Rum mit Ron Elmilio

Wenn die selbst gemachte Butter dann fertig ist und wieder gekühlt wurde, kann man Hot Buttered Rum mit Ron Elmilio wie folgt zubereiten:

Zutaten Pro Tasse:

  • 6 cl Ron Elmilio
  • 7 cl Wasser
  • 7 cl naturtrüber Apfelsaft
  • 1 gehäufter TL Gewürzbutter
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1 Zimtstange als Garnitur und zum Umrühren

Zubereitung:

Zunächst Apfelsaft und Wasser mischen und erhitzen. Der Rum kann auch gleich mit erwärmt werden, jedoch bietet es sich an, ihn kalt in die Tassen zu geben und mit der ca. 60°C heißen Flüssigkeit aufzufüllen. So ist das fertige Getränk gleich in der richtigen Trinktemperatur und nicht zu heiß. Die Butter wird dann portionsweise eingerührt und in der Tasse geschmolzen – ebenso der Zucker je nach Geschmack.

4. Life Hack: Gewürze und Aufwand sparen – Hot Buttered Spiced Rum

Nachdem wir die aufwendigeren Varianten vorgestellt haben, kommen wir nun wieder zu einfachen Tricks zurück, die ebenfalls großen Genuss versprechen, mit denen der Hot Buttered Rum aber deutlich schneller zubereitet ist. Nicht falsch verstehen: Die dritte Variante ist unser Favorit und wir können nur empfehlen, sich die Mühe zu machen. Aber Gewürze sind teuer, das Mörsern und Mahlen aufwendig und überhaupt gibt es doch auch fertigen Gewürzrum zu kaufen!

Suchen Sie im Shop nach Spiced Spirits!

Tatsächlich haben wir ja auch so genannten „Spiced Rum“ im Angebot – leckere Spirituosen, die aufgrund ihrer Verfeinerung mit Gewürzen offiziell nicht Rum heißen dürfen. Die Basis der Spiced Spirits sind wie beim Rum Destillate aus Zuckerrohrbestandteilen (meist Melasse oder Zuckerrohrsirup), sie werden meist auch in Fässern gelagert wie brauner Rum, aber währenddessen oder anschließend kommen eben Gewürze hinzu – teilweise die gleichen, die sowieso in unsere Hot Buttered Rum Rezepte gehören. Warum also kompliziert, wenn es auch einfach geht. Diese Spiced Spirits sind besonders lecker erhitzt und gebuttert:

  • Sailor Jerry – karibische Mischung mit Vanille, Zimt, Muskat & Nelken
  • The Kraken – mit 11 verschiedenen Gewürzen nach einem Geheimrezept (u.a. Zimt, Vanille, Nelken und vermutlich auch Kakao)
  • Botran Cobre – der oben bereits empfohlene Ron Botran, aber zusätzlich mit Nelken, Kardamom, Vanille & Ingwer verfeinert

Ein weiterer Trick, sich ohne Gewürze einen schön gewürzten heißen Rum zu machen: Geben Sie in ihren (Butter-)Grog einfach einen Schuss Almglüher Zimtlikör hinzu. Ebenfalls ist denkbar, für den geschmacklichen Anteil eines besonders ausgefeilten Hot Buttered Rum, der hier in so manchem Rezept auch mit Apfelsaft bestritten wird, Calvados oder andere Apfelspirituosen in Erwägung zu ziehen. Einige besondere Apfellikör-Spezialitäten wie Prinz Bratapfel-Likör, Prinz Apfelstrudel-Likör oder auch Berentzen Spice Apple sind wie Spiced Rum schon mit teilweise winterlichen, und auf jeden Fall zu Hot Buttered Rum passenden Gewürzen verfeinert.

Unsere Spiced Spirit-Empfehlungen für Hot Buttered Rum

  1. Ron Botran Cobre Spiced / 45 % Vol. / 0,7 Liter-Flasche in Karton
    Botran Cobre Spiced 45 % vol. / 0,7 Liter
    Bewertung:
    93%
    (1Bewertung)
    (78,43 € / 1 L)
    Lebensmittel-Info
  2. Löwen Almglüher Zimtlikör / 30% Vol. / 0,5 Liter - Flasche
    Löwen Almglüher Zimtlikör 30% Vol. / 0,5 Liter
    Bewertung:
    100%
    (11Bewertungen)
    (23,00 € / 1 L)
    Lebensmittel-Info

Unser Fazit: Hot Buttered Rum ist überraschend lecker!

Viele in der Redaktion waren skeptisch, ob Butter im Rum wirklich schmeckt und ob wir diesen weiteren vermeintlichen Trend aus den USA unbedingt auch noch übernehmen müssen – wo wir doch mit Glühwein, Grog, Jagatee, heißem Likör und vielem mehr bereits genügend leckere Heißgetränke haben. Doch gebutterter Rum hat – vor allem in der Variante mit selbstgemachter Gewürzbutter – dann doch alle überzeugt.

Tatsächlich ist Hot Buttered Rum eine mal ganz andere Alternative zu Glühwein & Co. und macht Lust, weiter mit Gewürzen zu experimentieren. Denn wenn man das, was wir bisher Grog nannten, mit Butter derart verfeinern kann, wieso dann nicht auch den guten alten Jagatee im Häfele ein bisschen nachbuttern?