Die Marille im Kurzporträt: Wissenswertes zu Gattung, Herkunft und Verwendung im Bereich von Spirituosen

Die Marille ist ein königliches Obst. Nicht nur pur, als Marmelade oder in Küche und Konditorei, die Marille überzeugt erst recht in Obstbränden, Likören und Spirituosen. Was ist ihr Geheimnis? Wir machen uns auf die Spurensuche.

 

Im österreichisch-bayrischen Raum ist der Begriff Marille geläufig, in restlichen deutschsprachigen Sprachraum kennt man die gelblich-orangene Frucht eher unter dem Namen Aprikose (= Prunus Armeniaca). Rein biologisch betrachtet gehört sie zur Gattung 'Prunus' innerhalb der Rosengewächse (= Rosaceae). Die bekannte Steinfrucht mit leicht pelziger Oberfläche kann einen Durchmesser zwischen 4 und 8 Zentimeter erreichen. Ihre Form erinnert zumeist an eine Kugel, selten präsentiert sie sich in einer länglichen Form. Charakteristisch ist die samtig behaarte Außenhaut mit einer hellgelben bis orangeroten Farbgebung. Das Fruchtfleisch ist in der Regel leicht vom linsenförmigen Kern zu trennen, was auch die Verarbeitung wesentlich erleichtert.

Die Blütezeit der Marille reicht von März bis in den April hinein. Die Frucht wächst an einem Strauch bzw. kleinen Baum, der eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen kann. Typischerweise werden Marillen zu Konfitüren, Kompott oder Trockenobst verarbeitet. Gerade in der Schnapsbrennerei kann diese Frucht auf eine lange Tradition zurückblicken, die im Folgenden noch näher ausgeführt werden soll.

 

Herkunft sowie Anbaugebiete der Marille

Im heutigen Armenien war die Marille schon zur Zeit der Antike bekannt. Daher nimmt man an, dies sei ihre ursprüngliche Heimat, was sich aber noch nicht eindeutig belegen ließ. Aus dieser Vermutung stammt übrigens auch die botanische Bezeichnung 'Aprikose' ab. Feststeht, dass bei einer Ausgrabung in Armenien Aprikosenkerne gefunden wurden. Andere historische Quellen gehen davon aus, dass die Marille zuerst in Indien kultiviert worden sei (ca. um 3000 v.Chr.). Zu den traditionellen Anbaugebieten der Marille zählt die ungarische Tiefebene. Als dieses Gebiet noch im Besitz der Türken war, befanden sich dort riesige Plantagen. Die Marillenbäume können hier besonders gut gedeihen, da sie einen sandigen Boden sowie viel Hitze gut vertragen können.

In der heutigen Zeit werden Marillen vor allem im Mittelmeerraum in Spanien und Italien angebaut. Aber auch in Österreich kann die Kultivierung von Marillen auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken, so vor allem in der niederösterreichischen Wachau und im burgenländischen Kittsee. Zu den weiteren Anbaugebieten zählt Vintschgau in Südtirol sowie das schweizerische Kanton Wallis. Das größte Anbaugebiet der Welt befindet sich in der Provinz Malataya im Osten der Türkei, am Oberlauf des Flusses Euphrat. Hier werden die Marillen das ganze Jahr über gezüchtet und vor allem zu Trockenobst verarbeitet. Mit den in Österreich kultivierten Marillen werden neben Konfitüren vor allem Marillenliköre und weitere hochwertige Spirituosen hergestellt. Ein bekannter und sehr beliebter österreichischer Marillenschnaps ist beispielsweise der Original Prinz Hausschnaps aus Hörbranz in Vorarlberg am Bodensee.

Kompaktes Wissen zur Gattung: eine kleine Marillenkunde

Insgesamt dürfte dieser kleine Exkurs gezeigt haben, dass die Aprikose nicht zu Unrecht als eine der ältesten kultivierten Obstsorten gilt. Grundsätzlich braucht die Marille warme und trockene Anbaugebiete, da sie sehr frostanfällig ist. Die mittlere Jahrestemperatur sollte dementsprechend mindestens 8 Grad betragen, die Niederschlagsmengen sollten sich in Grenzen halten. Marillenpflanzen bevorzugen einen sandigen Boden, der gut durchlüftet werden sollte. Ernährungstechnisch interessant ist die Marille aufgrund der vielfältigen Inhaltsstoffe, aber vor allem für den Genuss.

Neben dem Verzehr von frischen Früchten im Sommer erfreuen sich getrocknete Marillen das ganze Jahr einer großen Beliebtheit. Durch die recht intensive Säure eignen sich Marillen sehr gut für die Herstellung von Marmelade. Im Küchenbereich eignen sie sich hervorragend als Beilage für Wild oder auch Currygerichte.

Klassiker aus dem Dessertbereich sind Marillenstrudel oder die typischen Marillenknödel, die eine entkernte Frucht enthalten. Aus den Kernen lässt sich wertvolles Öl gewinnen, das zum Braten, Backen und Kochen genutzt werden kann. Dieses Öl sowie die Frucht an sich haben einen positiven Einfluss auf die Haut bzw. das Hautbild. Die Samen der Marille sind giftig und nicht für den Verzehr geeignet. Die Früchte sollten am besten vollreif gepflückt werden, da sie nicht nachreifen. Der hohe Gehalt an Carotinoiden hat im medizinischen Bereich vor allem die Wirkung, das Immunsystem zu stärken.

 

Marillenschnaps: ein hochprozentiges Erzeugnis mit mildem Aroma

Unter den Begriffen Marillenschnaps und Marillenbrand versteht man einen Obstbrand aus Marillen. In Österreich ist es typisch, dass Marillenschnaps in vielen kleinen Hausbrennereien von Obstbauern oder Winzern in altbewährter Handwerkskunst hergestellt wird. Bekannte Betriebe sind in diesem Sinne die Feinbrennerei Prinz sowie die Firma Guglhof, die beide nun schon seit vielen Jahren ihre hochprozentig-fruchtigen Erzeugnisse weit über die Landesgrenzen Österreichs hinaus erfolgreich verkaufen. Vor allem der Hausschnaps von Prinz hat sich zu einer sehr bekannten und geschätzten Marke entwickelt, die in vielen Kneipen bzw. bei Feierlichkeiten als geschmackvolles Trinkritual nicht fehlen darf. Zahlreiche Auszeichnungen sowie hohe Qualitätsstandards sorgen in beiden Brennereien dafür, dass die edlen Erzeugnisse an jedem Gaumen für ein mildes Geschmackserlebnis sorgen.

Mit Blick auf die Qualität legen sie größten Wert darauf, dass nur frische und vollreife Marillen (sowie andere Früchte) als Grundlage für die Brände und Schnäpse ausgewählt werden. Die notwendige Vergärung erfolgt automatisch und maximal aromaschonend in Edelstahlbehältern mit Temperatursteuerung. Die Destillation erfolgt in Kupfer-Blasen nach einen bewährten, sehr aufwändigen Verfahren ohne jeden Zusatz von Zucker (weder für die Maische noch im Destillat). Ein besonderes Qualitätsmerkmal der Brände von Guglhof lässt sich sehen und schmecken: Sie sind frei von Aromen und bieten so einen naturbelassenen Genuss mit angenehmen Fruchtarmoma. In ihrer Stückzahl zum Teil limitierte Jahrgänge sorgen für eine gewisse Exklusivität mit wahrlich gutem Geschmack.

 

Die Frucht, aus dem hochprozentiger Geschmack gemacht wird

Das hier vorgestellte Rosengewächs verkörpert einen der wichtigsten Brennereirohstoffe Österreichs. Mit Blick auf die Qualität bzw. das Aroma des späteren Enderzeugnisses ist es wichtig, keine so genannten Schattenfrüchte zu verarbeiten, da diese nicht das gewünschte intensive Aroma aufweisen. Das Grundprodukt für hochwertigen Marillenschnaps sollten also vollreife Früchte sein. Typischerweise enthalten qualitativ gute Früchte einen Zuckergehalt von 8 %, der auch beim Brennprozess eine Rolle spielt. Einen guten Marillenschnaps kann man optisch daran erkennen, dass er von glasklarer Farbe ist. Typischerweise liegt der Alkoholgehalt bei 40 %, er kann aber auch je nach Hersteller und Verfahren etwas darüber oder darunter liegen. Um sich einen konkreten Eindruck zu verschaffen, sei darauf hingewiesen, dass aus 100 Kilo vollreifer Marillen in etwa 8 Liter Marillenschnaps gewonnen werden können.

 

Trinkbarer Qualitätsgenuss: typische Eigenschaften von Marillenschnaps

Marillenschnaps wird zur Gruppe der aus Obst gewonnenen Spirituosen gezählt. Der Destillatanteil im Endprodukt muss mindestens 33 % des Gesamtalkoholgehaltes betragen. Bei so genannten Edelbränden stammt der Alkoholgehalt ausschließlich aus der namensgebenden Frucht. Ein typischer Marillenschnaps hat ein leichtes Aroma von frischen Marillen, wobei eine leichte Rosennote ebenfalls zu vernehmen ist. Am Gaumen sollte sich ein lieblich-mildes Aroma entfalten, das an vollreife Marillen erinnert. Verkaufsstarke Traditionsprodukte wie die verschiedenen Sorten Prinz Marillenschnaps sind der trinkbare Ausweis einer hohen Brennkunst, die buchstäblich das Beste auf den Früchten rausholt.

 

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