Cocktail-Trends 2021: angesagte Rezepte

Auch 2021 ist ein besonderes Jahr. In der ersten Jahreshälfte war die Gastronomie komplett eingeschränkt, selbst in der privaten Hausbar durfte man nur einzelne ausgewählte Gäste empfangen und mit Cocktails verköstigen. Dennoch stirbt die Barkultur nicht aus und die Cocktail-Trends der letzten Jahre dürften sich im Sommer umso stärker fortsetzen, wenn wieder gemeinsam gefeiert und genossen werden kann. Von leicht bis limettig reicht das Spektrum unserer Trend-Cocktails des Jahres. Sie werden sie lieben! Wählen Sie jetzt Ihren Favoriten und genießen Sie den Sommer.


Wie die Aperitif-Kultur sich auch in Deutschland verbreitet

Einer der stärksten Cocktail-Trends der letzten Jahre ist, dass sich auch in Deutschland so etwas wie eine Aperitif-Kultur entwickelt. Ob es am Klimawandel liegt oder daran, dass die alte preußische Spießbürgerlichkeit mittlerweile selbst unter Borussen verpönt ist: Die ansonsten eher aus mediterranen Gebieten bekannte Gepflogenheit, einen leichten, vergnüglichen Drink am späten Nachmittag oder frühen Abend gemeinsam einzunehmen, breitet sich mehr und mehr auch hierzulande aus.

Sommerliche Cocktailvariationen

Vorboten dieser Entwicklung waren sicherlich schon die Trend-Cocktails der 2010er Jahre: Hugo, Aperol Spritz (Veneziano) oder natürlich auch Gin & Tonic und Gin Basil Smash, die ebenfalls als leichter Aperitif serviert werden können. Vor allem der Spritz-Trend verlängert sich durchaus in die nächste Dekade – mit zahlreichen neuen Aperitivos, die sich hervorragend dazu eignen, mit Prosecco oder Sprudel gemixt zu werden.

 

Mindful Drinking: weniger Alkohol, mehr Qualität

À popros Sprudel: Ein großer Getränke-Trend in den USA nennt sich „Hard Seltzer“, quasi mit etwas Alkohol und Aromen aufgemotztes Mineralwasser. Ob sich dieser durch Influencer und Memes getragene Hype wirklich langfristig halten wird und auch nach Europa rüberschwappt, ist noch nicht abzusehen. Das Prinzip passt jedoch in einen größeren Trend, der sich auch bei Cocktails immer deutlicher abzeichnet: Mindful Drinking.

Das Zauberwort heißt übersetzt bewusstes oder achtsames Trinken und bezeichnet den Umstand, dass Wirkungstrinken oder gar Komasaufen völlig zurecht in Verruf geraten sind und sich maßvolles Genießen gerade auch in den jüngeren Generationen als Idealbild durchsetzt. Der Trend geht auch hier deutlich in Richtung Getränke mit unter 20 Volumenprozent Alkoholgehalt – etwa verstärkte Weine wie Lillet, Wermut oder vergleichbare Aperitivos wie Ramazzotti Rosato oder Martini Fiero. Bei den destillierten Spirituosen wird hingegen auf Klasse statt Masse gesetzt. Wenn man nur wenige starke Drinks zu sich nimmt, achtet man natürlich auch mehr darauf, dass sie besonders gut sind, und wählt Premium-Zutaten.

 

Aus Shortdrink mach Highball: längerer und (meist) leichterer Genuss

Einer, der den Trend zum Sprudel schon früh erkannt und vielleicht auch ein bisschen befördert hat, ist Joerg Meyer, der fast schon legendäre Erfinder des Gin Basil Smash. In einer ganzen Reihe seiner Bars (insbesondere den Boilerman Bars) werden ausschließlich Highballs serviert. Dazu zählen einfache Klassiker wie Whisky Soda und andere Longdrinks, doch der Trick ist, dass auch fast jeder Shortdrink zu einem Highball aufgegossen werden kann – mit Soda, Tonic oder einem anderen Filler. So wird aus dem Gin Basil Smash etwa der Gin Basil Highball und auch die Caipirinha, die im Original neben Cachaca nur Schmelzwasser und etwas Limettensaft enthält, wird durch Sprudelwasser entschärft.

Cocktails in Highball

Mancher nur aus Spirituosen bestehender Shortdrink-Klassiker wie Boulevardier (wird mit Soda zum Boulevardier Highball) oder Martini (wird mit Tonic Water zum Martini Highball) kann so zu einem mehr als doppelt so vollen Trinkvergnügen mit dafür deutlich geringerem Alkoholgehalt verlängert werden. Und nicht zuletzt die Spritzigkeit des sprudeligen Fillers macht die Drinks besonders süffig. Aber Vorsicht: Im Vergleich zum klassischen Longdrink sind Highballs nach Boilerman Art sind definitiv kleiner, das heißt: Ein Gin & Tonic hat wiederum ein vergleichsweise starkes Mischungsverhältnis (4cl Gin, 8cl Tonic).

 

Tequila: neuer Trend oder alte Tragödie?

Eine Spirituose, die lange Zeit nahezu verschwunden ist, weil so gut wie jede*r schon mal endgültig genug davon hatte: Tequila. In den USA ist der neue Tequila-Trend unaufhaltsam. Langsam aber sicher kommt der mexikanische Agaven-Schnaps auch in Europa wieder – mit erhöhtem Qualitätsbewusstsein und einer Abkehr von früher verbreiteten Tequila-Trinkritualen, die mit mexikanischer Genusskultur ohnehin wenig zu tun hatten.

So könnte auch Tequila bei den Cocktail-Trends des Jahres 2021 schon eine größere Rolle spielen, oder sich in den Folgejahren durchsetzen. Mit den Tequila-Cocktail-Rezepten hier im Blog können Sie dafür sorgen, dass frühere tragische Erlebnisse überschrieben werden und die mexikanische Kult-Spirituose in Zukunft mit kultiviertem Genuss assoziiert wird.

 

Rezepte: Trend-Cocktails 2021

Dass Hard Seltzer und Highball keine Neuerfindungen sind, beweist der bereits in den 188er Jahren etablierte und nach seinem Erfinder beziehungsweise Erst-Genießer, Colonel Joe Rickey, benannte Rickey. Einst mit Bourbon und später mit Gin (als Gin Rickey oder Lime Rickey bekannt) gemixt, ist das einfache Prinzip auch auf Rum anwendbar. So soll der Mojito historisch auch auf den Rickey zurück gehen. Gin Basil Smash orientiert sich hingegen ursprünglich eher an Whisky Smash, der zwar wie der Mojito auch mit Minze, aber dafür ohne Sprudel zubereitet wird. Dieser kommt erst in der Highball-Variante dazu. Mit Fiero Lemonade und dem wieder entdeckten Tequila Cocktail Paloma präsentieren wir zusätzlich zwei Drinks mit Grapefruit – vielleicht ja die Trend-Frucht des Jahres?

 

Gin Basil Highball

  • 40 ml Gin

  • 10 ml Zitronensaft

  • 10 ml Limettensaft

  • 10 ml Zuckersirup

  • 1 Zweig Basilikum

  • ca. 70ml Sprudelwasser

  • Eiswürfel

Gin Basil Highball

Den vollständigen Basilikumzweig mit Zuckersirup sowie Limetten- und Zitronensaft kräftig muddeln oder mixen, sodass ein grüner Basilikumsirup (ohne Pflanzenstückchen) daraus gesiebt werden kann. Es empfiehlt sich, anhand der Mengenverhältnisse den Basilikumsirup gleich für mehrere Drinks oder den ganzen Abend vorzubereiten.

Im Highball-Glas wird lediglich der Gin und der Basilikumsirup auf Eiswürfeln gemischt und mit Sprudelwasser aufgefüllt.

 

Ronnie Rickey

  • 20–40 ml Ron Elmilio

  • ½ Limette

  • Sprudelwasser

  • Eiswürfel

Ronnie Rockey Cocktail

In einem Highball-Glas wird der Saft einer halben Limette mit Eiswürfeln und 2–4cl der jeweiligen Spirituose (für Ronnie Rickey ein brauner Rum wie Ron Elmilio) verrührt und das Glas mit Sprudelwasser aufgefüllt.

 

Martini Fiero Lemonade

  • 50 ml Martini Fiero

  • 25 ml Grapefruitsaft

  • 15 ml Zitronensaft

  • 5 ml Zuckersirup

  • Sprudelwasser

  • Eiswürfel

Martini Fiero Lemonade

Für die Fiero Limonade wird ein Ballonglas oder ein anderes Longdrink-Glas mit Eis gefüllt, darin alle Zutaten miteinander verrührt und mit Soda aufgegossen. Als Garnitur eignen sich Grapefruitstücke und ein Minzezweig.

 

Paloma

  • 50 ml Tequila

  • 20 ml Limettensaft

  • 1 Prise Salz

  • ca. 80 ml Grapefuitlimonade

Paloma Cocktail

Tequila und Limettensaft mit Salz und Eiswürfeln verrühren und mit Grapefruitlimo auffüllen.

Mehr Informationen und Varianten zum Paloma-Rezept finden Sie hier im Blog.



 

Zum Wohl!

Nathan Lüders

Nathan Lüders