Cocktail-Trends 2022: angesagte Rezepte

Die Barkultur hat eine schwere Zeit hinter sich, aber selbstverständlich geht es weiter. Die Cocktail-Trends der letzten Jahre dürften sich in diesem Jahr umso stärker fortsetzen, wenn jetzt endlich wieder gemeinsam gefeiert und genossen werden kann. Von leicht bis limettig reicht das Spektrum der hier prognostizierten Trend-Cocktails des Jahres 2022. Lassen Sie sich inspirieren und zelebrieren Sie mit den besten Trend-Getränken ein gutes neues Jahr!

Wie die Aperitif-Kultur sich auch in Deutschland verbreitet

Einer der stärksten Langzeittrends im Bar- und Cocktail-Bereich ist, dass sich auch in Deutschland so etwas wie eine Aperitif-Kultur entwickelt. Ob es am Klimawandel liegt oder daran, dass die alte preußische Spießbürgerlichkeit mittlerweile selbst unter Borussen verpönt ist: Die ansonsten eher aus mediterranen Gebieten bekannte Gepflogenheit, einen leichten, vergnüglichen Drink am späten Nachmittag oder frühen Abend gemeinsam einzunehmen, breitet sich mehr und mehr auch hierzulande aus.

Die Betonung liegt allerdings mehr und mehr auf leicht. Denn der Aperitivo soll Vorfreude auf das Essen erzeugen – und keine Völlegefühle . Es geht schließlich um den Genuss und nicht um die Wirkung. Oder wie es schon Barlegende Charles Schuhmann treffender formulierte: nicht darum, dass „Gäste bereits vor dem Essen ihren Magen und ihre Geschmacksnerven so belasten, dass sie eigentlich erst einen Tag hungern müssten, um ihr Essen wirklich genießen zu können.“ Vielmehr sollte man zur „Aperitifstunde … dem Gast etwas servieren, das ihn aufrecht und mit Appetit an den Tisch gehen lässt (Zitate aus Schuhmann’s Bar. The Artristy of Mixing Drinks).

Sommerliche Cocktailvariationen

Kein Wunder, dass bei heutigen Trend-Cocktails nicht nur die Kalorien, sondern auch die Prozente gezählt werden. „Mindful Drinking“ ist das Buzzword der Trendsetter für Cocktails mit nur geringem Alkoholgehalt. Und auch im Bereich ganz ohne Alkohol, der früher allzu oft vernachlässigt wurde, werden neue Genuss-Maßstäbe gesetzt.

Alkoholfreier Gin und alkoholfreie Cocktails

Ob es an allzu heftiger Katerstimmung nach der Silvester-Party liegt oder an grundsätzlichen Erwägungen – Alkoholverzicht ist 2022 im Trend wie nie zuvor! Galt die Alkohol-Enthaltsamkeit früher noch als ein Klassiker der Neujahrsvorsätze – und als eine Abstinenz von vielen, die nach und nach in den ersten Tagen und Wochen des neuen Jahrs vergessen wurden – scheint nun doch mehr dahinter zu stecken. Vielleicht ist es aber auch nur ein Trick, statt eines Komplettverzichts den Neujahrsvorsatz gleich nur auf einen Monat zu beschränken. Denn ebenso wie beim so genannten „Veganuary“ – bei dem man im Monat Januar sich vegan ernährt – ist der Trend „Dry January“ eben ein Neujahrsvorsatz, den man sich zunächst einmal nur für den ersten Monat des Jahres vornimmt.

Ob nur für einen Monat, für das ganze Jahr, für immer und ewig oder für Zwischendurch, wenn man noch im Straßenverkehr unterwegs ist – viele Trend-Cocktails lassen sich auch alkoholfrei mixen. Mehr und mehr klassische Cocktail-Zutaten werden auch alkoholfrei hergestellt und die Ergebnisse überzeugen mit durchaus starkem Geschmack trotz nullprozentiger Trinkstärke. Insbesondere mit alkoholfreien „Gins“ kann man hervorragende Ergebnisse erzielen und genießen!

Diese alkoholfreien Gin-Alternativen sollten Sie probieren:

Mindful Drinking: weniger Alkohol, mehr Qualität

Doch was, wenn der „Dry January“ vorbei ist, oder man sowieso nicht vollständig auf Alkohol verzichten wollte? Das Zauberwort „Mindful Drinking“ heißt übersetzt bewusstes oder achtsames Trinken und bezeichnet den Umstand, dass Wirkungstrinken oder gar Komasaufen völlig zurecht in Verruf geraten sind und sich maßvolles Genießen gerade auch in den jüngeren Generationen als Idealbild durchsetzt.

Der Trend geht ja gerade auch in der Aperitifkultur deutlich in Richtung Getränke mit unter 20 Volumenprozent Alkoholgehalt. Statt meist über 40-prozentigem Gin mixt man mit Tonic Water immer öfter auch nur leicht verstärkte Weine wie Lillet, Wermut oder eben Aperitivos wie Ramazzotti Rosato oder Martini Fiero. Und auch bei den destillierten und höherprozentigen Spirituosen wird verstärkt auf Klasse statt Masse gesetzt. Wenn man nur wenige starke Drinks zu sich nimmt, achtet man natürlich auch mehr darauf, dass sie besonders gut sind, und bevorzugt entsprechende Premium-Zutaten aus dem Fachhandel gegenüber billiger Massenware.

Empfehlungen, um mindful Aperitifs zu mixen:

Vorboten dieser Entwicklung waren sicherlich schon einige der Trend-Cocktails der 2010er Jahre: Hugo, Aperol Spritz (Veneziano) oder auch im weiteren Sinne der Megatrend-Cocktail Gin Basil Smash, der ebenfalls als leichter Aperitif serviert werden kann. Vor allem der Spritz-Trend verlängert sich durchaus in die nächste Dekade – mit den zahlreichen neuen und wieder entdeckten Aperitivos, die sich hervorragend dazu eignen, mit Prosecco oder Sprudel gemixt zu werden.

Aus Shortdrink mach Highball: längerer und (meist) leichterer Genuss

Apropos Sprudel: Ein großer Getränke-Trend in den USA nennt sich „Hard Seltzer“, quasi mit etwas Alkohol und Aromen aufgemotztes Mineralwasser. Ob sich dieser durch Influencer und Memes getragene Hype wirklich langfristig halten wird und auch nach Europa herüberschwappt, ist auch 2022 noch nicht abzusehen.

Einer, der den Trend zum Sprudel schon früh erkannt und vielleicht auch ein bisschen befördert hat, ist Joerg Meyer, der fast schon legendäre Erfinder des Gin Basil Smash. In einer ganzen Reihe seiner Bars (insbesondere den Boilerman Bars) werden ausschließlich Highballs serviert. Dazu zählen einfache Klassiker wie Whisky Soda, Gin Tonic, Rum Cola und andere Longdrinks.

Cocktails in Highball

Doch der Trick ist, dass auch fast jeder Shortdrink zu einem Highball aufgegossen werden kann – mit Soda, Tonic oder einem anderen Filler. So wird aus dem modernen Klassiker Gin Basil Smash etwa der Gin Basil Highball und auch die Caipirinha, die im Original neben Cachaca nur Schmelzwasser und etwas Limettensaft enthält, wird durch Sprudelwasser entschärft und aufgespritzt.

Mancher nur aus Spirituosen bestehender Shortdrink-Klassiker wie Boulevardier (wird mit Soda zum Boulevardier Highball) oder Martini (wird mit Tonic Water zum Martini Highball) kann so zu einem mehr als doppelt so vollen Trinkvergnügen mit dafür deutlich geringerem Alkoholgehalt verlängert werden. Und nicht zuletzt die Spritzigkeit des sprudeligen Fillers macht die Drinks besonders süffig.

Aber Vorsicht: Nicht immer führt der Highball-Trick zu Mindful Drinking mit weniger Alkohol. Im Vergleich zum klassischen Longdrink sind Highballs nach Boilerman Art nämlich definitiv kleiner, das heißt: Ein Gin & Tonic hat in der Highball-Variante wieder ein stärkeres Mischungsverhältnis (4cl Gin, 8cl Tonic) im Vergleich zur ansonsten gängigen Servierweise als Longdrink (2–4cl Gin mit bis zu 200ml Tonic Water).

Tequila: neuer Trend oder alte Tragödie?

Eine Spirituose, die lange Zeit nahezu verschwunden ist, weil so gut wie jede*r schon mal endgültig genug davon hatte: Tequila. In den USA ist der neue Tequila-Trend unaufhaltsam. Wie viele andere Prominente hat auch George Clooney die mexikanische Agaven-Spirituose für sich entdeckt. Mit seiner eigenen Tequila-Marke Casamigos soll Clooney sogar mehr Geld verdient haben als mit seiner Schauspielerei!

Langsam aber sicher kommt Tequila auch in Europa wieder – mit erhöhtem Qualitätsbewusstsein und einer Abkehr von früher verbreiteten Tequila-Trinkritualen, die mit mexikanischer Genusskultur ohnehin wenig zu tun hatten.

So könnte auch Tequila bei den Cocktail-Trends des Jahres 2022 schon eine größere Rolle spielen, oder sich in den Folgejahren durchsetzen. Mit den Tequila-Cocktail-Rezepten hier im Blog können Sie dafür sorgen, dass frühere tragische Erlebnisse überschrieben werden und der mexikanische Kult-Schnaps in Zukunft mit kultiviertem Genuss assoziiert wird.

Unsere Tequila-Empfehlungen:

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Ebenfalls spekulativ, aber auch nicht mehr oder weniger wahrscheinlich: Nachdem Wodka, Gin und auch Tequila in den vergangenen Jahrzehnten ihre Phasen hatten – und der häufig prophezeite, aber nie eingetretene Rum-Trend weiterhin der Geheimtipp bleibt – besinnt sich die Barkultur zurück zu den Anfängen und mixt wieder mit Cognac! Vielen in Vergessenheit geraten ist nämlich die Tatsache, dass in der Ursprungsgeschichte der Cocktails auch in den noch jungen amerikanischen Staaten die meisten Rezepte noch mit einem absoluten Klassiker aus dem alten Europa gemixt wurden: Cognac oder andere europäische Weinbrände waren und sind die eigentlichen Hauptzutaten fast aller traditioneller Cocktails!

Hier gehts zur Geschichte und den Rezepten der ursprünglichen Cognac-Cocktails.

Die Rezepte der Trend-Cocktails 2022

Die Cocktail-Geschichte ist voll von Neuentdeckungen und Wiederauferstehungen vergessen geglaubter Legenden. Dass etwa auch die vermeintlich neuen Trends wie Hard Seltzer und Highball keine Neuerfindungen sind, beweist der bereits in den 188er Jahren etablierte und nach seinem Erfinder beziehungsweise Erst-Genießer, Colonel Joe Rickey, benannte Rickey. Einst mit Cognac, dann mit Bourbon und später mit Gin (als Gin Rickey oder Lime Rickey bekannt) gemixt, ist das einfache Prinzip auch auf Rum anwendbar. So soll sogar der Mojito historisch auch auf den Rickey zurück gehen.

Gin Basil Smash orientiert sich hingegen ursprünglich eher an Whisky Smash, der zwar wie der Mojito auch mit Minze, aber dafür ohne Sprudel zubereitet wird. Dieser kommt beim Smash erst in der Highball-Variante wieder dazu. Mit Fiero Lemonade und dem wieder neu entdeckten Tequila-Cocktail Paloma präsentieren wir zusätzlich zwei Drinks mit Grapefruit – vielleicht ist die pinke Pampelmuse ja die Trend-Frucht des Jahres?

 

Gin Basil Highball

Gin Basil Highball

  • 40 ml Gin
  • 10 ml Zitronensaft
  • 10 ml Limettensaft
  • 10 ml Zuckersirup
  • 1 Zweig Basilikum
  • ca. 70ml Sprudelwasser
  • Eiswürfel

Zubereitung:

Den vollständigen Basilikumzweig mit Zuckersirup sowie Limetten- und Zitronensaft kräftig muddeln oder mixen, sodass ein grüner Basilikumsirup (ohne Pflanzenstückchen) daraus gesiebt werden kann. Es empfiehlt sich, anhand der Mengenverhältnisse den Basilikumsirup gleich für mehrere Drinks oder den ganzen Abend vorzubereiten.

Im Highball-Glas wird lediglich der Gin und der Basilikumsirup auf Eiswürfeln gemischt und mit Sprudelwasser aufgefüllt.

Ronnie Rockey Cocktail

Ronnie Rickey

  • 20–40 ml Ron Elmilio
  • ½ Limette
  • Sprudelwasser
  • Eiswürfel

Zubereitung:

In einem Highball-Glas wird der Saft einer halben Limette mit Eiswürfeln und 2–4cl der jeweiligen Spirituose (für Ronnie Rickey ein brauner Rum wie Ron Elmilio) verrührt und das Glas mit Sprudelwasser aufgefüllt.

Martini Fiero Lemonade

Martini Fiero Lemonade

  • 50 ml Martini Fiero
  • 25 ml Grapefruitsaft
  • 15 ml Zitronensaft
  • 5 ml Zuckersirup
  • Sprudelwasser
  • Eiswürfel

Zubereitung:

Für die Fiero Limonade wird ein Ballonglas oder ein anderes Longdrink-Glas mit Eis gefüllt, darin alle Zutaten miteinander verrührt und mit Soda aufgegossen. Als Garnitur eignen sich Grapefruitstücke und ein Minzezweig.

Paloma Cocktail

Paloma

  • 50 ml Tequila
  • 20 ml Limettensaft
  • 1 Prise Salz
  • ca. 80 ml Grapefuitlimonade

Zubereitung:

Tequila und Limettensaft mit Salz und Eiswürfeln verrühren und mit Grapefruitlimo auffüllen.

Mehr Informationen und Varianten zum Paloma-Rezept finden Sie hier im Blog.